In den letzten Wochen haben wir Euch in unserer Reiseblog-Reihe „Home is where my bag is“ schon an die verschiedensten Orte Malaysias mitgenommen. Nun geht die Reise endlich weiter – ich hoffe Ihr habt Spaß daran zu lesen, wie wir die Trauminsel „Bali“ wahrgenommen und erlebt haben.

Die Nacht des Wartens an KLIA 1

Nach einem in etwa zwei-stündigen Flug kommen wir dieses Mal, spät abends, an dem etwas abgelegenen Flughafen „Kuala Lumpur-Sultan Abdul Aziz Shah“ an. Dieser Flughafen ist der kleinste KL’s, der unter anderem für kürzere Inlandsflüge, sowie Privatflüge genutzt wird. Es herrscht eine Stimmung, wie im Tengelmann um fünf vor acht. Die wenigen Einheimischen, die mit uns angekommen sind, stürmen gradewegs auf den Ausgang zu  und es scheint so, als wäre außer uns niemand hier, der im Moment kein direktes Ziel ansteuert und nicht weiß was zu tun ist.

Ganze neun Stunden Wartezeit auf den Weiterflüg nach Bali, von dem etwa 45 Minuten entfernten Flughafen KLIA 1 müssen wir jetzt erstmal herumkriegen, bevor wir von Traumstränden und Urwald träumen dürfen. Zunächst brauchen wir eine funktionierende Internetverbindung, um eventuell ein Taxi/Uber zum besagten Flughafen zu rufen. Wir fragen eine der wenigen herumstehenden und ebenso orientierungslos wirkenden Personen. Die junge Dame zeigt ans andere Ende des kleine, überschaubaren Flughafens und gibt uns den Tipp, es mit dem Wifi von McDonalds zu probieren, da es wohl nicht passwortgeschützt und somit frei zugänglich ist. Also laufen wir los.

Janis Joplin und Axel Rose Live

Nach mehrmaligen Versuchen eine Verbindung aufzubauen, geben wir schließlich resignierend auf. Unser Blick schweift umher  und uns fällt eine kleine, recht einfach aussehende Flughafenkneipe auf, in der noch reger Betrieb zu sein scheint. Kaum vor der Tür stehend, werden wir mit einem netten Lächeln reingebeten und nehmen an der Theke Platz. Außer uns sind ca. sechs weiter Gäste zugegen. Darüberhinaus die zwei Barkeeper, welche sichtlich erfreut sind, in uns noch zwei durstige Gäste gefunden zu haben, die sie bewirten können.

Wir bestellen zwei große Bintang und hören just in diesem Moment die ich ersten Akkorde von „Smoke on the water“ aus der Ecke rechts von uns, in der sich eine kleine Bühne befindet. Zu unserer Überraschung erblicken wir eine malaiische Rockband, die sich nach kurzer Pause wieder an Schlagzeug, Gitarre und Mikrophon begibt und in unnachahmlicher Art anfängt einen Rock-Oldie nach dem anderen rauszuhauen. Mit der Frage, woher wir denn mit unseren Trekkingrucksäcken kommen, werden wir vom Frontsänger in das Minikonzert mit eingebaut.

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Die Jungs und das eine Mädchen, welches den Frontsänger mit ihrer grandiosen Stimme unterstützt, freuen sich zu sehen, dass wir mitsingen und mit Begeisterung auf unseren Hockern hin und her wippen. Nach dem dritten Bintang und gefühlten zehn Songs später, kommt die Band zum letzten Titel. Nach dem Zusammenpacken kommen alle extra bei uns an der Bar vorbei, um sich für unsere positive und aufgeschlossene Art zu bedanken und laden uns zu ihrem nächsten Gig ein. Herzallerliebst! Nach einem kurzen Gespräch mit dem Besitzer der Bar, bekommen wir sein Wifi Kennwort und können uns so tatsächlich eines der noch herumfahrenden Uber bestellen.

Von Flughafen zu Flughafen

Der junge Student holt uns keine zehn Minuten später am ausgemachten Ort ab und fängt nett an mit uns zu plaudern. Die Fahrt vergeht, aufgrund des unheimlich freundlichen Gesprächs wie im Flug und wir sind um ein paar Tipps für unsere Wiederankunft reicher. Nur noch sechs Stunden… Nachdem wir einen kleinen Snack im Food-Court vom KLIA 1 zu uns genommen haben, setzt bei uns so langsam die Müdigkeit ein. Verständlich, wenn man bedenkt, dass es schon ungefähr zwei Uhr nachts ist und wir schon mehr als 20 Stunden auf den Beinen sind. Wir suchen uns einen Platz an einer kleinen Glaswand mit Blick auf die Startbahn und machen es uns, so gut wie möglich auf einem kalten, harten Steinboden.

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Da da wir mit all unseren Wertsachen, Handgepäck, Treckingrucksäcken und Mitbringseln bis oben hin voll gepackt sind, entscheidet Jule sich dafür wach zu bleiben, um auf unsere Habseeligkeiten aufzupassen, während ich vollkommen übermüdet einschlafe. Gott sei Dank gibt es kostenfreies WLAN am Flughafen, dadurch lässt sich die Wartezeit mit „How I Met Your Mother“ deutlich leichter und unterhaltsamer ertragen.

Es ist endlich acht Uhr und wir können unser Gepäck am Check-In Schalter abgeben. Die Schlangen an den zwanzig verschiedenen Immigration Schaltern sind extrem lang, und scheinen auch nicht kürzer zu werden. 40 Minuten und zwei Security Checks später, erreichen wir das Gate. Im Flieger hält uns nichts mehr, noch vor dem Start schlafen wir ein und wachen erst mit der Landung wieder auf.

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Crazy Kuta Chaos

Wir landen in Bali, Denpasar, holen schnell unser Gepäck und flitzen aus dem Flughafen raus. Keine zwei Sekunden aus der Tür werden wir von unzähligen Taxifahrern befallen. Da wir uns keinen Hotelshuttle gebucht haben wollten wir uns erst ein Uber  bestellen, was sich sehr schnell als unmöglich rausstellt. Nach langem verhandeln geben wir nach und lassen uns zu unserer neuen Unterkunft fahren. In Kuta, der touristischsten Stadt Balis haben wir uns für eine Nacht im Angels Hotel eingebucht, ein kleines Hotel in bester Lage, etwas zu verschnörkelt aber sehr sauber und mit Pool, worüber wir nach den letzen anstrengenden Stunden mehr als froh sind. Unser Zimmer ist riesig, das Badedzimmer noch größer und wir entspannen uns das erste Mal auf Bali.

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Unsere knurrenden Mägen treiben uns vor die Tür, wir durchstreifen planlos die Straßen, sammeln Eindrücke von der wuselige Stadt und kommen das erste Mal in diesem Urlaub am Meer vorbei. Nach einem Sprung ins sehr warme Wasser fühlen wir uns gleich viel erholter. Immer noch von Hunger geplagt entscheiden wir uns für „Made’s Warung“ und bestellen gefühlt die Hälfte aller Gerichte und Säfte auf der Karte. Nasi Goreng, Gado Gado, Satespieße und ein westlicher Thunfischsalat, dazu Melonen, Ananas, Papaya und viele weitere Säfte.

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Schlafen macht glücklich, Essen noch glücklicher…

Nach dem Essen geht’s zurück ins Hotel und für eine kurze Abkühlung in den Pool. Da wir immer noch extrem erschöpft sind machen wir einen Mittagsschlaf. Der Hunger weckt uns wieder pünktlich zur Abendsessenszeit und Tripadvisor wird für weitere Essensplanungen befragt. Da die Auswahl an Balinesischen Speisen geringer als erwartet ist entscheiden wir uns für „Black Burger“.

Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellt. Das über alle Maßen freundliche Ehepaar, dass das Restaurant betreibt empfängt uns mit offenen Armen. Ich bestelle einen Cheeseburger und Jule einen vegetarischen Burger. Beide kommen mit Pommes und schwarzem Burgerbrot. Nach dem ersten Bissen sind wir im Essenshimmel angekommen und schwören allen Burgern hier zu Lande ab.

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Party like a rockstar

Wenn in man schon mal in Kuta ist, dann sollte man auch feiern gehen… Das war die Devise des Abends. Im „Skydome“, der Club unserer Wahl, kommen wir durch unzählige Stockwerke, bis wir Schlussendlich im obersten Stockwerk auf der Terrasse des größten Clubs Indonesiens landen. Fünf Minuten später kennen wir fast alle Leute um uns herum und verbringen einen feucht-fröhlichen Abend, mit unseren neuen Freunden.

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Der Check-Out kommt viel zu früh! Zwei Ibuprofen und drei Liter Wasser später kramen wir unsere Sachen zusammen und rufen unser Uber, dass uns weiter nach Ubud, ca. zwei Stunden nördlich von Bali bringen soll. Eine kleine, spirituelle und mitten im Urwald liegende Künstlerstadt.

 

Mehr über unseren neuen Freund, Ubud, dem Pool unserer Träume, Nusa Dua und dem besten Restaurant in dem wir je gegessen haben, erfährt ihr nächste Woche.

Oliver Haarmann

Ich studiere Wirtschaftspsychologie und in mir steckt ein kleiner Sherlock, denn gute Psychothriller gehören zu mir wie das Ginger Beer in den Stoli, was mich auch gleich zu meinem Lieblings-Drink führt. Wenn ich nicht gerade arbeite, wird immer ausgiebig gekocht, die neusten Netflix-Produktionen geschaut oder im englischen Garten eine Runde gekickt. Sobald es das Budget zulässt, wird die nächste Reise geplant, am liebsten in sonnige Länder, denn ich bin ein absoluter Sommermensch. Meine große Liebe gilt außerdem der Musik. Teilt euer Feedback gerne auf Instagram @oh.xxii mit mir.

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