Im letzten Teil von „Fotografie für Anfänger“ habe ich ein paar Systemkameras verglichen, nun habe ich mich entschieden: Meine erste semiprofessionelle Kamera ist die Olympus OM-D E-M10 Mark II! Der Kauf ist erledigt und jetzt beginnt die Phase des Kennenlernen und Herumprobieren.

Lass’ dich nicht unter Druck setzen!

Schon ein paar Wochen vor meinem ersten Artikel zu diesem Thema habe ich verschiedene Angebote und Kameras verglichen. Zum damaligen Zeitpunkt schien die Olympus OM-D E-M10 Mark II ein echter Volltreffer in Sachen Preis/Leistungsverhältnis zu sein. In fast allen Onlineshops war die Kamera auf 666 € (UVP: 799 €) reduziert, was preislich unter den meisten Mitbewerbern lag. Letzte Woche Montag sollte es dann soweit sein: Ich wollte die Kamera endlich haben. Doch plötzlich war der Preis bei Amazon auf 736 € und auch in den örtlichen Elektronikmärkten lag er nun über 750 €! Über die Preisvergleichsseite idealo.de war nur noch ein Onlineshop gelistet, der die Kamera für den Aktionspreis von 666 € anbot.

Olympus OM-D E-M10 Mark II
Olympus OM-D E-M10 Mark II Verpackung

Mein erster Versuch war, die Kamera bei Saturn durch einen Pricematch für den selben Preis zu erhalten, doch der Verkäufer war nicht bereit unter 699 € zu gehen. Dies war der Preis der meisten anderen gelisteten Onlineshops. Die Kamera war zum Greifen nah, doch ich lehnte ab und schaute mir den günstigsten Onlineshop (photospecialist.de) zuhause noch einmal genauer an. Nach kurzer Recherche schien mir der aus den Niederlande stammende Shop vertrauenswürdig. Ich bestellte sofort und bezahlte über PayPal. Kreditkarten- und PayPal-Zahlungen verursachen hier zwar einen einprozentigen Aufschlag, was ich jedoch durch einen Jubiläumsrabattcode der Website fast egalisieren konnte.

Nun konnte ich erst einmal durchatmen! Zum Spaß schaute ich später am Abend nochmals auf die Website, auf der ich die Kamera einige Stunden zuvor bestellt hatte. Schockiert stellte ich fest, das nun auch hier der Preis angepasst wurde und das selbe Angebot nun 719 € kostete. Ich hatte also in letzter Sekunde zugeschlagen.

Wie stelle ich mir meine Kamera perfekt ein?

Die Kamera hat einiges zu bieten, wie auch der Test von ValueTechTV (Video oben) zeigt. Aus einigen Testberichten hatte ich bereits im Vorfeld erfahren, dass die Olympus Kameras eine nicht ganz einfache Menüführung besitzen. Das liegt daran, dass sich die Kamera sehr vielseitig individualisieren lässt und schreckte mich deshalb nicht ab. Ich entschied mich dafür, mich auf YouTube nach Tipps zur Konfiguration umzuschauen. Dabei bin ich schnell auf den Channel pcpanik gestoßen, der mich sofort überzeugte. Der Produzent scheint erfahren mit den Produkten von Olympus zu sein und zeigt in seinen Videos verschiedene Modelle der Marke. In zwei sehr ausführlichen Videos (etwa 2 Std. Gesamtlänge) erklärt er detailliert, wie er seine OM-D E-M10 Mark II eingestellt hat und was die Menüpunkte bedeuten.

Es hat mir nicht nur Spaß gemacht die Funktionen auszuprobieren, sondern auch sofort geholfen meine Kamera für den ersten Einsatz startklar zu machen. Dieser sollte nur ein paar Tage später bei einer Wanderung durch die Alpen sein.

Kemptner Hütte
Die Kemptner Hütte in den Allgäuer Alpen – Foto: Maximilian Graf

Der erste Praxis-Test

Auf einer Bergtour in den Allgäuer Alpen lag der erste Test für meine neue Kamera an, bei dem alles auf Anhieb funktionieren musste. Ich war jedoch noch nicht allzu tief in die Bedienungsmöglichkeiten eingestiegen und entschied mich deshalb hauptsächlich in der Programmautomatik „P“ zu fotografieren. Wie bei Spiegelreflexkameras verfügt die E-M10 über die Modi iAuto, P, A, S und M. Zusätzlich sind bei diesem Modell ein Modus für Videoaufnahmen, der Story-Modus für Kollagen, der Szenen-Modus und zu guter Letzt der Art-Modus vorhanden.

Kompaktheit

Natürlich hatte ich mit dem 14-42mm Pancake-Objektiv nicht das optimale Objektiv für Landschaftsfotografie dabei, aber es ging mir ja auch um die Kompaktheit. Und die hat sich definitiv bewiesen: Ich konnte die Kamera ohne Bewegungseinschränkungen über die rechte Schulter hängen und am Rucksack zusätzlich fixieren. So hatte ich die Kamera stets zur Hand und musste nicht lange anhalten, um ein Foto zu schießen. Erstes Kriterium also schon einmal erfüllt!

Bildqualität

Bei dieser ersten Tour schoss ich etwa 130 Bilder, die ich mit bestmöglicher Auflösung und zusätzlich im RAW-Format speicherte. Da alle Bilder unter guten Lichtverhältnissen aufgenommen wurden, konnte ich keinerlei Rauschen oder Unschärfe feststellen. Dies muss sich aber unter schlechteren Bedingungen noch genauer zeigen. Der einzige Spezialmodus, den ich ausprobierte, war der HDR-Modus. Dieser ist in 3 verschiedenen Stufen im Menü zu finden und schießt mehrere Fotos kurz nacheinander und fügt sie automatisch zu einem Bild zusammen. Gerade bei etwas Gegenlicht oder einem besonders hellen Himmel bewährt sich dieser Modus, allerdings kann das Ergebnis durch etwas mehr Übung bestimmt noch besser ausfallen.

HDR Aufnahme mit Olympus OM-D E-M10 Mark II
HDR Aufnahme mit Olympus OM-D E-M10 Mark II – Foto: Maximilian Graf

Wer eine Olympus Kamera besitzt, kann sich mit der Eingabe der Seriennummer kostenlos den OLYMPUS Viewer 3 herunterladen. Dieser bietet Bildbearbeitungsoptionen, ähnlich zu etwa Adobe Lightroom. Darunter ist natürlich auch ein RAW-Konverter, bei dem sich die Rohdaten des Bildes ohne Qualitätsverluste bearbeiten lassen. Der hauseigene Editor ist auch deshalb eine gute Option, da sich die kameraspezifischen Art-Filter hiermit auch nachträglich auf das Foto anwenden lassen. Es ist also nicht nötig zu versuchen, die Artfilter auf dem kleinen Kamerabildschirm richtig zu konfigurieren, was sicherlich umständlich ist und nicht unbedingt das gewünschte Ergebnis liefert.

Art-Modus "Dramatic Tone"
Art-Modus „Dramatic Tone“ nachträglich angewendet

Fazit

Ich bin bisher sehr begeistert von der neuen Olympus OM-D E-M10 Mark II und freue mich schon auf die Bilder meiner nächsten Reise. In knapp zwei Wochen werde ich nach New York fliegen und natürlich Tonnen an neuem Material produzieren. Unteranderem möchte ich dann auch den Video-Modus etwas ausgiebiger testen.

Für neue Fotos, schau‘ einfach gelegentlich auf unserem Instagram-Profil (@eyeslovetosee) oder meinem privaten Instagram-Profil (@maximiliangraf_) vorbei. Dort werden immer mal wieder neue Bilder von dieser Kamera auftauchen.

>> Olympus OM-D E-M10 Mark II (amazon.de)

Max Graf

Ich arbeite als Visual Designer und genieße es meine Freizeit zum Schreiben von Artikeln und Produzieren von Videos besonderer Erlebnissen zu nutzen. Meine Interessen liegen vor allem in neuer Technologie, Design und Start-Ups. Außerdem liebe ich es zu reisen!

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