Nach den ersten Auslieferungen der Oculus Rift, gibt es schon erste Kritiken zur neuen Virtual-Reality Brille. Aber wie genau werden wir wohl in 10-20 Jahren Fernsehen schauen? Werden wir in den nächsten Jahren alle mit einer aufgesetzten, abgespaceten Brille nebeneinander sitzen und uns das aktuelle TV-Programm anschauen? 

 

Der Fokus, dein Feind.

Die Oculus Rift erreicht nun ihre ersten Käufer und die Kritiken sind sehr gespalten. Kennst du das Gefühl, wenn du dir einen 3D-Film anschaust und dir nach längerer Zeit unwohl wird oder es für dich sehr anstrengend ist den Bildern zu folgen? Der dreidimensionale Eindruck entsteht bei 3D-Filmen dadurch, dass dem Auge verschiedene Bilder gleichzeitig gezeigt werden. Bei näher kommenden Objekten dreht sich das Auge nach innen, zur Nase hin. Dies geschieht auch bei 3D-Filmen, wenn ein Objekt auf Dich zuzukommen scheint.

Deine Augen erwarten, dass sich der Fokus ändert, wenn sie sich nach innen drehen. Der Bildschirm kommt aber nicht näher. Diese Täuschung führt dazu, dass die Augen ständig umschalten und so sehr viel arbeiten müssen. Dabei arbeiten nicht nur deine Augen, sondern auch dein Gehirn und das führt dazu, dass es durch Überreizung zu Übelkeit führen kann. Das Problem wird noch größer, je näher der Betrachter an einen Bildschirm heranrückt, zum Beispiel beim Fernseher. Genau dieses Phänomen passiert dir auch bei der Oculus-Rift, denn das Display der Brille bleibt immer in der selben Entfernung zu deinen Augen. Dieses Problem könnte dazu führen, dass auch Virtual Reality genauso wie 3D-Fernseher auf lange Sicht nicht vom Nutzer adaptiert werden. Es ist schlichtweg nicht massentauglich.


 

Die Zukunft ist nicht mehr weit

Dieser Artikel soll aber keine Kritik an Virtual Reality sein, sondern ein Denkanstoß in welche Richtung sich unsere grafische Sicht entwickeln könnte. In dem Film „Minority Report“ schaut sich Tom Cruise (Ohne Brille!) alte Filme von seiner Familie an, die so real wirken, dass man das Gefühl bekommt, als wenn sich die Geschichte im selben Raum ereignet hat. Es geht um bewegte Bilder, welche nicht mehr notwendigerweise auf einen flachen Bildschirm projiziert werden, sondern aus dem Bildschirm heraustreten und in echtem 3D dargestellt werden. Egal von welchem Blickwinkel man es betrachtet und ohne zusätzliche Geräte wie 3D-Brillen.

Diese Technik besitzt auch schon einen Namen: HoloTV. Viele der aktuellen TV-Hersteller arbeiten schon an Möglichkeiten um diese Technik umzusetzen. Hierfür werden jedoch noch sehr viele verschiedene Techniken genutzt und bislang hat sich noch keine Technologie als ernergieeffizient herausgestellt. Das folgende Video zeigt eine Technik, die sich auf lange Sicht wohl sehr einfach umsetzen lässt, denn es gibt schon Firmen, die diese Technik nutzen um Präsentationen darzustellen. Durch eine glasartige Oberfläche wird durch verschiedene Laser ein projiziertes Bild zusammengesetzt.

 

Neue Technologie, neue Anwendungsmöglichkeiten

Auch Telefonieren könnte sich verändern. Skype möchte uns unsere Gesprächspartner in einem Telefonat direkt vor Ort bringen. Erste Tests mit der hauseigenen Holo-Lens (aktuell eine Brille, die räumliches Gefühl vermittelt) waren erfolgreich. Fernsehen würde durch die Technologie eine neue Dimension erreichen. Du siehst das Geschehen nicht nur, sondern alles wäre im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nahe. Das Problem mit der Übelkeit wäre mit HoloTV auch gelöst, denn wenn wir uns normal Dinge im räumlichen Zusammenhang ansehen, wird uns im Allgemeinen auch nicht übel.

hololens

Ein physisches Display wäre bei dieser Technik nämlich schlichtweg nicht mehr vorhanden. Ein großer Anwendungsbereich könnte auch die Medizin sein, indem anhand von Röntgenbildern kleine Computeranimationen holographisch dargestellt werden und dann besser betrachtet werden können. Wenn wir dann noch unser Bild mit einer Handbewegung einfach drehen könnten, wären viele fiktive Technologien aus Filmen plötzlich Wirklichkeit. Bleibt nur noch zu hoffen, dass wir diese Technologie schon bald in unserem Wohnzimmer wiederfinden.

Michael Puriss

Ein Bremer Bua, wie er im Buche steht. Ich liebe das Meer und die Sonne, aber auch das Leben in der Stadt. Schlaf ist für mich ein Fremdwort. Meine Passion gilt dem Filme drehen, leckerem Essen und Netflix-Chill-Sonntagen. Ich reise für mein Leben gern und bin treuer Fussball-Fan eines grün-weißen Vereins. Wenn ich mir mal wieder ein neues Gadget zugelegt habe, ändere ich meinen Beziehungsstatus bei Facebook: "Es ist kompliziert!" Überglücklich mit seinen Freunden dieses Projekt und seine Passion für Film und Foto teilen zu können.

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