Ljubljana ist vielleicht nicht allen ein Begriff und auch ich habe erst vor gut drei Jahren das erste Mal von dieser Stadt gehört, als ich dort beruflich einen Zwischenstopp gemacht habe. Seitdem ist mir der Name aber im Kopf hängen geblieben und immer öfters auf Reiseportalen oder in sonstigen Artikeln aufgefallen. Es war also an der Zeit die Stadt etwas näher kennen zu lernen.

Ljubljana, mit etwa 280.000 Einwohnern eher eine kleinere Stadt aber dennoch die größte Sloweniens, ist gleichzeitig auch die Hauptstadt des Landes. In diversen Städterankings schneidet die Stadt regelmäßig sehr gut ab. Zuletzt zählte sie zu den lebenswertesten Städten Europas und gewann in diesem Jahr die Auszeichnung zur „European Green Capital for the Year 2016“. Diejenigen, die schon einmal dort waren, schwärmen von der romantischen Altstadt mit ihren schmalen Gassen, vielen kleinen Restaurants und historischen Gebäuden. Perfekte Voraussetzungen also für einen Ausflug mit der Freundin.

Im ersten Teil stelle ich Dir zunächst ein paar Sehenswürdigkeiten vor. Morgen folgt der zweite Teil mit Café- und Restaurantempfehlungen.

Überraschung im Taxi

Nach den positiven Erfahrungen mit dem IC Bus auf der Reise nach Prag, entschieden wir uns auch dieses Mal wieder dafür. Zwischen München und Ljubljana fährt der Bus ohne Zwischenhalt, danach fährt er noch weiter nach Zagreb. Bis auf die Tatsache, dass das Bord-WLAN auf der Hin- und Rückfahrt – wir saßen im gleichen Bus – nur eingeschränkt funktionierte, verlief die Fahrt gewohnt problemlos.

Unser AirBnB Apartment
Unser AirBnB Apartment

Für die Übernachtungen entschieden wir, ein Apartment über AirBnB zu buchen. In dem Portal wirkte die Wohnung sehr modern und ordentlich eingerichtet und der Host hatte durchweg gute Bewertungen. Da ich zuvor noch nicht viel Erfahrung mit AirBnB gesammelt habe, blieb ich gespannt, wie die Wohnung wirklich werden würde. Im Vorfeld hat uns unser Host bereits aus Eigeninitiative alle Informationen dazu gegeben, welche Möglichkeit wir haben, um zu seiner Wohnung zu gelangen und wie wir ihn bei Problemen erreichen konnten. Mit dem Gepäck entschieden wir uns zunächst für ein Taxi, was uns bereits die erste Überraschung bescherte: Die Fahrt vom Hauptbahnhof zur etwa vier Kilometer entfernten Wohnung im Süden der Innenstadt kostete gerade einmal vier Euro! Aus der Innenstadt nach Hause stand das Taxameter bei einer anderen Fahrt bei nur knapp zwei Euro, was uns schon fast peinlich war. Ein großzügiges Trinkgeld schien uns angemessen. Ein Taxi kann man sich also auf jeden Fall gönnen, wenn man zum Beispiel nachts keine Lust mehr hat, zu Fuß nach Hause zu laufen. Ansonsten ist aber alles auch gut zu Fuß zu erreichen. In der Wohnung angekommen wurden wir sehr freundlich von unserem Host empfangen, der uns durch die Wohnung führte und ein paar Tipps für Unternehmungen und Cafés auf Papier zusammengefasst hatte. Auch die Einrichtung der Wohnung stand den Fotos im Internet in nichts nach. Alles wirkte noch ziemlich neu und wenig benutzt. Hier würden wir definitiv noch einmal übernachten.

Wer etwas aus dem Supermarkt braucht, sollte sich unbedingt im Voraus über die Standorte und Öffnungszeiten informieren. Am Samstag haben die meisten Supermärkte nur bis 15:00 Uhr geöffnet, am Sonntag meist gar nicht.

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Die "Tromostovje"

Die bekannten Sehenswürdigkeiten befinden sich sehr gebündelt im historischen Stadtkern. Das Zentrum erstreckt sich über nur etwa einen Kilometer auf beiden Uferseiten des Flusses Ljubljanica und ist durchgehend Fußgängerzone. Viele kleine Brücken ermöglichen es die Seiten von überall schnell zu wechseln und eröffnen die schönsten Ansichten der Cafés und Restaurants an der Promenade. Besonders schön ist die “Tromostovje”, was auf deutsch etwa “Drei Brücken” bedeutet (auch auf dem Titelbild zu sehen). Hier kommt wirklich ein bisschen Venedig-Feeling auf.

Fast 1000 Jahre hinterlassen ihre Spuren. Und eine beeindruckende Geschichte!

"Ljubljanski Grad", die "Burg von Ljubljana"

Die historische Burg auf dem Gipfel eines grün bewachsenen Felsbergs ist von fast überall aus der Stadt zu sehen. Über einen steilen Fußweg oder mit der 2006 fertiggestellten futuristischen Gondel gelangt man direkt aus dem Zentrum nach oben. Die Geschichte der Burg ist ziemlich bewegt: Die Region um den Berg wurde etwa 1200 vor Christus erstmals erschlossen. Im 11. Jahrhundert sollen die Grundsteine für die Burg gebaut worden sein, die sich über die folgenden Jahrzehnte immer weiter vergrößerte, bis sie im 15. Jahrhundert fast vollständig zerstört wurde. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert wurde die Region von verschiedenen Mächten besetzt und die wiederaufgebaute Burg wurde zeitweise als Gefängnis genutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Instandhaltung zu teuer und die Burg verfiel langsam bis in den 1960er Jahren die Bauarbeiten für die Restaurierung begannen. Diese zogen sich über mehr als 35 Jahre! Dabei wurde sehr darauf geachtet, das alte Erscheinungsbild zu bewahren, was wirklich hervorragend gelungen ist. In einer kleinen Ausstellung werden Vorher-/Nachherbilder gezeigt, die zeigen, wie zerfallen die Burg einst war und wie gut sich die Modernisierungen in das Bauwerk einfügen. Auch ohne das Eintrittsgeld zwischen 5 und 8 Euro lässt sich bereits ein Großteil kostenlos besichtigen.

>> weitere Informationen zur Burg von Ljubljana

Wie abgefahren ist zu abgefahren?

Von einer Bekannten meiner Freundin wurde uns außerdem etwas wie ein Hinterhof der Metelkova Straße empfohlen. Am letzten Tag schauten wir uns diesen an und waren wirklich überrascht. Man rechnet auf dem Weg dorthin wirklich nicht mit dem, was einen dort erwartet. Plötzlich gelangt man über einen Kiesparkplatz, vorbei an Mülltonnen in ein Areal von kleineren Häusern, die wild bemalt und mit bizarren Skulpturen verziert sind. Uns wurde erzählt, dass hier nachts auch einige Clubs zum Feiern einladen, allerdings dachten wir uns ehrlich gesagt, dass uns diese Location etwas zu abgefahren wäre. Aber die Häuser sind auch tatsächlich bewohnt. Ein paar politisch motivierte Künstler, Musiker, Galeristen und Sozialarbeiter haben hier ein „autonomes Zentrum für Politik und Kultur“ ausgerufen!

Metelkova

Es ist wirklich beeindruckend wie abwechslungsreich eine so kleine Stadt sein kann! Im zweiten Teil stelle ich Dir ein paar Cafés und Restaurants vor, die wir während unseres Aufenthalts besucht haben.

Hier geht es zu Teil zwei des Reiseberichts!

Max Graf

Ich arbeite als Visual Designer und genieße es meine Freizeit zum Schreiben von Artikeln und Produzieren von Videos besonderer Erlebnissen zu nutzen. Meine Interessen liegen vor allem in neuer Technologie, Design und Start-Ups. Außerdem liebe ich es zu reisen!

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