Unser Richard hat im August bereits einen Wochenendtrip nach London gemacht und immerhin schon einige Ecken der Stadt besucht. Für mich hieß es letzte Woche auch London calling, allerdings blieben mir lediglich 20h von Landung bis Abflug und zwei Drittel des Trips waren eigentlich schon verplant mit den Transfers von und zum Flughafen, Fussball schauen und schlafen.

>>> Lies‘ auch Teil 1 und Teil 2 von Richi’s Wochenendtrip „London in a nutshell“

Als Arsenal London Fan und Mitglied des Vereins ergatterte ich recht spontan ein Ticket (45 Euro) für das Champions League Spiel gegen den FC Basel im Emirates Stadium. Dazu mussten natürlich noch die passenden und günstigen Flüge her, welche ich bei Ryanair auch gleich fand. Lediglich 65 Euro bezahlte ich für Hin- und Rückflug, dazu kamen noch 30 Euro für den Bus zum Flughafen Memmingen und nochmal 30 Euro für den Stansted Express vom Flughafen London Stansted in die Innenstadt.

Zur Übernachtung buchte ich das Hotel Holiday Inn Express direkt beim Flughafen Stansted. Von einer Übernachtung zu reden ist schon fast lächerlich, da ich genau 6h in dem Hotel verbrachte. Das war mit knapp 100 Euro auch das teuerste an der ganzen Reise, aber mega sinnvoll, weil mein Flug zurück bereits morgens um 7 Uhr ging. Wer gut mitgerechnet hat, kommt wie ich auf 270 Euro Gesamtkosten. Das finde ich doch recht akzeptabel und sollte sich für mich auch mehr als lohnen.

5:00 Uhr morgens – der Wecker klingelt

Aber fangen wir mal von vorne an: Mittwochs um 5 Uhr klingelte also mein iPhone Wecker. Duschen, das Nötigste zusammen packen und schon ging es mit der U-Bahn ab zum Hauptbahnhof, wo der Allgäu-Airport-Express abfährt. Das klappte auch wirklich alles reibungslos und so war ich nach knapp 1h und 20m Fahrtzeit um 7:45 Uhr direkt am Terminal 1 (es gibt nur einen) des Airport Memmingen. Mein Flug ging erst um 10:15 Uhr, also hatte ich noch genügend Zeit zum Frühstücken und ganz wichtig, für ’nen großen Kaffee.

Mein Flieger kurz vor dem Abflug
Mein Flieger kurz vor dem Abflug

Der Flug ging recht schnell vorbei, nicht nur wegen der Zeitverschiebung. Um 10:45 Uhr britischer Ortszeit landete ich in Stansted und konnte den Stansted Express in die Londoner Innenstadt um 11:30 direkt erwischen. Die Endstation des Express ist Liverpool Street, welche im von Hochhäusern dominierten Banken-Distrikt Londons liegt. Leider hatte ich keine Zeit mich dort in die Häuserschluchten zu stürzen, sondern machte mich direkt mit der U-Bahn auf den Weg zum Oxford Circus, dem Ausgangspunkt meines vorab geplanten Rundwegs. Kleiner Tipp: Bei einem so kurzen Trip unbedingt vorab planen, was man ungefähr machen will!

Um 12:30 kam ich dann dort an und begann meinen Rundweg, der mich in ungefähr 5 Stunden über einige bekannte Stationen führen sollte (siehe auch die Karte mit aufgemaltem Weg):

  • Oxford Circus, Carnaby Street, Regent Street
  • Picadilly Circus, Leicester Square, Trafalgar Square
  • City of Westminster, Big Ben, London Eye
  • ShakeShack(!!!), Covent Garden
Mein (weiter) Weg durch London in 5 Stunden
Mein (weiter) Weg durch London in 5 Stunden

I love this cityyy!

Schon, wenn man aus den unterirdischen Tunneln der U-Bahn langsam zur Straße herauskommt, spürt man einfach den Vibe dieser Stadt. Gleich auf den ersten Blick so viele verschiedene Menschen und Eindrücke – London ist einfach ’ne Mega City, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin auch zunächst einmal gar nicht vom Oxford Circus weggekommen. Der Nike Store, Topman und Urban Outfitters hielten mich erst einmal ’ne gute 3/4 Stunde auf. Alleine bei Nike hätte ich hunderte Euros ähhh >>> PFUND <<< lassen können, aber ich konnte mich zügeln und mein Geld für später aufheben.

Die Carnaby Street
Die Carnaby Street

Von der Regent Street hinunter machte ich dann zunächst einen kurzen Abstecher in die Carnaby Street, eine kleine aber sehr feine Shopping Meile mit vielen Shops namhafter Hersteller wie Levi’s, Scotch & Soda oder auch bekannter Schuhläden wie size?. Die Parallelstraße, in der man übrigens ziemlich viel und augenscheinlich auch Gutes zu Essen findet, ging es wieder zurück und dann wieder weiter auf der Regent Street, mit Abstechern in einigen weiteren Läden, in Richtung Picadilly Circus.

Das inoffizielle Stadtzentrum Londons
Das inoffizielle Stadtzentrum Londons

Der Picadilly Circus ist vielen bekannt mit seinen großen Leuchtreklamen und unübersichtlichen Kreuzungen. Wenn es ein echtes Stadtzentrum in London überhaupt gibt, dann ist es wohl dieser Platz. Dort könnte man sich einfach nur stundenlang hinsetzen und das Treiben verfolgen. Ich hatte allerdings nur Zeit für ein paar Snaps, Fotos und, um den gerade vorbeiziehenden FC Basel Ultras leicht gehässig und absolut siegesgewiss hinterherzuschauen.

Die Zeit rennt mir doch nicht davon

Bisher hatte ich alles im Eiltempo gemacht. Ich hatte das Gefühl, gut in der Zeit zu sein. Doch ich war sogar sehr gut in der Zeit, weshalb ich mich entschied einen ungeplanten Ausflug Richtung Big Ben zu wagen. Dazu bog ich kurz nach dem Leicester Square (bääähh) rechts ab und lief erst einmal zum Trafalgar Square (nice!!). Der Platz hat so ein wenig italienischen Flair, vor allem wenn die Sonne so warm scheint wie an diesem Tag. Man kann mit den sanften Violinenklängen eines Strassenmusikers im Ohr entspannt seinen Kaffee to go trinken und dabei sogar noch ein wenig an seinem Teint arbeiten.

Naja oder auch nicht, wie ihr wisst hatte ich nicht so viel Zeit also waren es genau 10 Minuten, die ich dort verbrachte bevor es weiterging zum Big Ben, dessen Spitze man vom Trafalgar Square auch schon sehen konnte. Historisch gesehen ist dieser Weg von höchster Bedeutung, man kommt an einigen Denkmälern zum zweiten Weltkrieg oder auch der weltbekannten Downing Street, dem Sitz der britischen Premier-Ministerin Theresa May, vorbei und befindet sich in der noblen City of Westminster. Immerhin hatte ich Zeit, kurz am Eingang der Downing Street stehen zu bleiben und die mit Sturmgewehren bewaffneten Polizisten zu bewundern – viel mehr sehen konnte ich leider nicht. Tja, Chance vertan.

The Big Ben Theory

The Big Ben
The Big Ben

Der nächste Anblick entschädigte mich allerdings mehr als ausreichend für den eher langweiligen Stopp an der Downing Street No. 10. Ich hab dazu so ’ne Theorie: Man will mit den ganzen Denkmälern und historischen Stätten die Leute auf dem Weg zum Big Ben erst einschläfern und dann mit dem Anblick des Big Ben in seiner vollen Pracht kurz darauf ein unvergessliches Erlebnis schaffen – das ist aber nur meine ganz persönliche Big Ben Theory (bei mir hat’s funktioniert ? ). Big Ben ist echt radikal, monumental, imposant, eigentlich ohne Worte. Geiler Typ, dieser Ben, steht auf jeden Fall seinen Mann im kalten Wind Londons.

Daneben steht ein weiterer Kracher, das London Eye. Kennt eigentlich auch jeder aber ist immer wieder ein toller Anblick. Deswegen und weil meine Beine doch ganz schön schwer wurden (es war mittlerweile kurz vor 4 Uhr nachmittags) gönnte ich mir an der Themse eine kurze Pause und setzte mich auf die Mauer.

Ich während meiner Pause vor dem London Eye
Ich während meiner Pause vor dem London Eye

Nach kurzem durchpusten ging es dann entlang der Themse weiter zur Waterloo Bridge und von dort aus links hinüber Richtung Covent Garden. Jetzt war ich echt hungrig und um unseren Freund Amanuel nicht böse zu machen, gab es für mich keine Alternative zu ShakeShack! ShakeShack, für die, die es nicht kennen, ist eine Burger-Kette aus New York, die es in Europa leider nur in Großbritannien und mittlerweile auch in Istanbul gibt. Der Style ist halt amerikanisch, deswegen kommt das hier in Europa einfach gut an.

>> Mehr zu ShakeShack auch in Max‘ New York Travel Guide

Der eher enttäuschende ShackeShack Burger
Der eher enttäuschende ShackeShack Burger

Ich hab mir den normalen ShackBurger mit den Cheese Fries und der ShackLemonade bestellt. Die Limo war sehr amerikanisch (Süß!!), die Pommes halt Pommes und der Burger ganz okay. Vielleicht hätte ich doch lieber eine der ausgefalleneren Kreationen essen sollen, von denen es auf der Karte doch einige gab.

Come On You Gunners

Nach dem „Mittagessen“ hieß es dann langsam Aufbruch Richtung Emirates Stadium. Ich warf mir also meinen Schal um den Hals und fuhr mit der U-Bahn vom Covent Garden direkt zur Arsenal Station. Da es nicht mein erstes Mal im Stadion war, kannte ich die Gegend schon und konnte mir einen Abstecher zum alten Highbury Stadium (von dem sowieso nicht mehr viel übrig ist) sparen und direkt zum Stadion laufen.

Dort angekommen, ging es erst mal in den großen Fanshop direkt am Fuße des Stadions. Verdammt riesig der Laden, und deshalb gibt es auch ziemlich viel Dinge die den Geldbeutel ganz leicht schrumpfen lassen können. Ich entschied mich für das neue Heimtrikot mit – wie kann es auch anders sein – dem Aufdruck von Mesut Özil. Das wurde sofort übergeworfen und dann ging es ohne Umwege auf meinen Platz im Stadion.

Baseler Fans ein wenig am ausrasten kurz vor dem Spiel
Baseler Fans ein wenig am ausrasten kurz vor dem Spiel

Das Spiel war echt gut. Wir führten schon nach der ersten Halbzeit durch zwei Tore von Theo Walcott mit 2:0 und auch die zweite Hälfte bot noch einige sehenswerte Spielzüge und Aktionen. Es blieb aber bei dem Spielstand, womit ich sehr zufrieden war. Hätte ja auch anders laufen können!

The rush back home

Die folgenden 9 Stunden von Abpfiff bis Abflug vergingen dann wie im Flug. Ich beeilte mich und fuhr mit der U-Bahn zur Station Tottenham Hale, von welcher der Stansted Express aus wieder zurück zum Flughafen fuhr. Dort kam ich gegen 23 Uhr an, musste einige Minuten auf den Shuttle zum Hotel warten der mich dann in weniger als 5 Minuten dort hin brachte. Gegen Mitternacht lag ich dann fix und fertig im Bett und bin sofort eingepennt. Gefühlt „sofort“ klingelte auch wieder der Wecker um 5 Uhr. Duschen, auschecken und noch schnell frühstücken. Ja, es gab um diese Uhrzeit schon Frühstück im Hotel, allerdings nur Kaffee, Toast und Joghurt was für mich zu der Uhrzeit auch reichte. Dann ging es mit dem Shuttle wieder zurück zum Flughafen.

Lange nicht mehr gesehen, dachte ich mir. Viel mehr gibt es nicht mehr zu erzählen. Die Rückreise verlief reibungslos, alles perfekt organisiert und ich war zwar ziemlich müde, aber mit vielen tollen Eindrücken und einem mehr als coolen Tag im Rücken irgendwann glücklich wieder zuhause. Und dann kam ja noch Fifa 17 an diesem Tag raus… ?

Add On: Was braucht man eigentlich für so einen Trip?

Für alle, die sich gefragt haben, was ich eigentlich für die paar Stunden nach London mitgenommen habe, ist hier die Antwort: Man braucht nicht viel mehr als eine Zahnbürste, eine aufgeladene Powerbank mit passendem Ladekabel für das Smartphone, einen britischen Steckdosenadapter, ein paar Britische Pfund, um sich verpflegen zu können (alternativ geht natürlich auch Kreditkarte), je nach Wetter noch etwas zum Anziehen als Ersatz und einen Rucksack, in den man das alles reinstecken kann.

Achja, Flug-, Zug- und sonstige Tickets natürlich nicht zu vergessen. Nimm‘ dir nicht zu viel mit, Du läufst den ganzen Tag herum und bist froh über möglichst wenig Gewicht auf dem Rücken. Außerdem kommst du so am schnellsten durch die Gepäckkontrolle am Flughafen 😉 . Cheers!

Marcel Heil

Hallo i bims, der Marcel... und ich bin einer der Mitgründer von eyeslovetosee. Ich bin am liebsten im kreativen Bereich unterwegs - Fotos machen und Videos drehen sind die Dinge, die mir am meisten Spaß machen und mich am meisten motivieren. In meinem realen Leben entwickele ich Software - das hätte ich vor ein paar Jahren selbst nicht gedacht - aber es macht mir Spaß! Wenn ich mal nicht mit eyeslovetosee oder meiner Arbeit beschäftigt bin, findest du mich entweder im Fitnessstudio oder vor dem Fernseher zu Netflix oder Fussball.

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