Essen gehen, Deinen Beleg Einscannen und Geld verdienen! Es klingt so einfach und alles funktioniert über eine App auf eurem Smartphone. Ich habe es selbst ausprobiert und mich kurzerhand mit dem Airbons-CEO Tobias getroffen und ein nettes Interview in der Maxvorstadt geführt. Dieser hat mir alle Fragen beantwortet und mir kurz erklärt, wie Airbons funktioniert und wie sie auf ihre Idee gekommen sind.


Erkläre doch kurz für unsere User, welchen Mehrwert eure App für die vielen Restaurantgänger hat?

Mit airbons kann unser User täglich einen Teil der Gastro-Rechnung erstattet bekommen. Der Mehrwert ist also hauptsächlich monetär. Zusätzlich kommt noch ein wenig Spannung mit “auf den Teller”. Sobald es ans Bezahlen geht, wird es bei uns aufregend. Der Nutzer scannt seinen Bon und dreht dann an unserem virtuellen Glücksrad.

Ihr übernehmt meine Rechnung, klingt erstmal ganz gut! Aber was habt ihr eigentlich davon?

Da muss ich dich kurz korrigieren: wir übernehmen einen Teil deiner Rechnung. In Zukunft ist es jedoch geplant, bei ausgewählten Gastronomien auch um die komplette Rechnung spielen zu können.

Zurück zu deiner eigentlichen Frage…

Wir möchten der Gastronomie dabei helfen, zusätzliche und vor allem auch neue Gäste in ihre Läden zu locken – durch das Anbieten eines Cashbackanreizes. Insbesondere zu schwächeren Auslastungszeiten kann unser System den Gastronomien helfen. Und der eigentliche Gast hat auch noch was davon: gut gegessen, unter Umständen was Neues entdeckt und zusätzlich Geld gespart!

…und wie seid ihr eigentlich auf die Idee von Airbons gekommen?

Das war ein klassischer Zufall. Ich hatte mich mit einer anderen Geschäftsidee für die Gastronomie beschäftigt. Voller Euphorie haben wir uns bereits an die Namensfindung, Erstellung des Logos und Domainsicherung gemacht, als wir kurz darauf feststellen mussten, dass jemand so etwas bereits anbietet. Also haben wir die Idee wieder fallen gelassen. Das hat mir jedoch keine Ruhe gelassen und ich bin bei der Gastronomie geblieben. Noch in derselben Nacht (einer sehr langen und schlaflosen) bin ich dann auf die Idee für airbons gekommen.

Foto vom Notartermin - Rado Toby Simon
Die Gründer beim Notar: Rado Dymek, Tobias Tadysiak, Simon Cordes (v.links)

Was waren für Euch die größten Schwierigkeiten bei der Gründung von Airbons?

Eine Menge lief wirklich rund und ohne größere Schwierigkeiten. Wir hatten schnell unser Kapital und Team zusammen, einen Namen gefunden, der uns super gefiel und dann auch noch als Domain mit so ziemlich allen Endungen noch verfügbar war. So konnten wir es innerhalb weniger Wochen von der Idee im April bis zum Notartermin im August schaffen. Die Veröffentlichung der iPhone Version folgte dann kurz darauf im September.

Etwas komplizierter war dann doch der rechtliche Teil, den wir von unserer Anwaltskanzlei Heuking haben erledigen lassen und auf welchen wir viel Wert gelegt haben. Dort gab es eine Phase, in der wir stundenlang mit unseren Anwälten am Telefon hingen, nach gewissen Lösungen gesucht und Verträge ausgearbeitet haben. Diese Zeit und auch Energie hätten wir natürlich lieber in Technik und andere Vorbereitungen investiert. Nun ist aber alles geklärt und geregelt.

Ich möchte ja nicht wie ein Erbsenzähler klingen, aber warum bekomme ich eigentlich nur mein zweitteuerstes Gericht umsonst?

Es muss ja noch eine Steigerung geben können, oder? Die Idee ist, dass wir Aktionstage oder auch Wochen haben, an denen man dann auch mal das teuerste Gericht oder auch den ganzen Bon gewinnen kann. Im Übrigen gewinnt man nicht stets das zweit-teuerste Gericht! Es werden auch mal Festbeträge ausgespielt. Das ist von Gastronomie zu Gastronomie unterschiedlich. Aktuell bekommt man das zweit-teuerste Gericht, allerdings schon als häufigste Gewinnmöglichkeit geboten – was sich durchaus lohnt: der höchste gewonnene Betrag für das zweit-teuerste Gericht lag bei bemerkenswerten 174,00 €. Da hat sich jemand sehr gefreut und persönlich bei unserem Support bedankt.

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Worin seht Ihr euer wirtschaftliches Ziel bei Airbons für die nächste Zeit?

Unsere komplette Technik steht und nun versuchen wir uns auf eine erste Finanzierungsrunde zu konzentrieren, damit wir zeitnah richtig Gas geben und skalieren können.

Womit habt ihr momentan am meisten zu kämpfen?

Da muss ich ganz klar sagen: das Vertrauen der User zu gewinnen! Viele Nutzer sind wirklich misstrauisch geworden – was in der Regel ja auch nicht verkehrt ist. Allerdings macht es unser Leben wirklich etwas schwerer, da wir ganz und gar nicht vorhaben die User hinters Licht zu führen. Denn dann würde es airbons nicht wirklich lange geben.

Ein weiteres kleines Problemchen war sicherlich die Entscheidung, erst mit der iPhone App zu starten. Die Entwicklung für Android hatte eine Menge Zeit verschlungen, was wir so nicht eingeplant und erwartet hatten.

Wo und wie viele Geschäfte sind bei Airbons integriert? Sind das direkte Partner?

Wir greifen auf die Schnittstelle von Yelp zu, damit wir airbons deutschlandweit anbieten können. Um die direkten Partnerschaften kümmern sich gerade meine beiden Gründerkollegen Simon und Rado. Allerdings sind wir da auch noch etwas zurückhaltend. Unser Fokus liegt bei den Nutzern.

Wie vermarktet ihr eure App? Inwieweit spielt Social Media eine Rolle in eurem Konzept?

Natürlich spielt Social-Media eine große Rolle. Wir nutzen die Mobile-App-Install-Ads von Facebook und Instagram. Zusätzlich gehen wir Partnerschaften mit ausgewählten Instagrammern ein, die uns helfen airbons bekannter zu machen.

Wie berechnet sich bei euch eigentlich der Gewinn der User?

Da gibt es kein großes Geheimnis: die Gewinnchancen liegen bei 1:32. Bei manchen Restaurants finden sich auch bessere Gewinnchancen. Da empfehle ich einfach mal ein wenig in der App zu stöbern oder vor dem Essen gehen kurz zu prüfen, welche Gewinnchancen mich wo erwarten.

Prüft ihr jeden Beleg händisch oder läuft das automatisiert ab? Und was sind hier die größten Problem?

Wir haben sehr viel in Technik investiert, die uns beim Prüfen der Bons unter die Arme greift. Es ist somit ein Mix aus unterstützender Software und händischer Prüfung. Das funktioniert in dieser Kombination auch relativ reibungslos.

Wenn Probleme auftreten, liegt das meistens an fehlenden notwendigen Angaben auf dem Bon. Wir können beispielsweise keine Bons annehmen, die kein Datum, keine Anschrift des Händlers oder keine Gesamtsumme enthalten. Das tut uns dann immer leid für Nutzer, die eigentlich gewonnen haben, dann aber eine Ablehnung auf Grund fehlender Infos erhalten. Leider sind das aber unsere Spielregeln, die halt unvermeidbar sind.

Was sind eure Ziele für 2016?

Das Etablieren von airbons bei den Gastronomiebesuchern und die Gewinnung eines namhaften Investors, der nicht bloß Kapital mitbringt.

Was ist euer Lieblingsrestaurant aus München und warum?

Das ist eine sehr schwere Frage. Da können wir ja eigentlich nur diplomatisch antworten. München hat einfach eine tolle, spannende und abwechslungsreiche Gastronomieszene. Wir freuen uns immer etwas Neues zu entdecken und dann positiv überrascht zu warden, einen weiteren tollen Laden gefunden zu haben.

Eure App ist Schwarz-Gelb. Wieso eigentlich? Seid ihr BVB- Fans?

Die Farbgebung ist absolut ohne Hintergedanken, was das Fussballerherz in uns betrifft. Wenn wir danach entschieden hätten, wäre unsere App kunterbunt, da jeder von uns dreien einem anderen Verein nachfiebert.

Was könnt ihr anderen Gründern für Tipps geben, die momentan in der Gründungphase sind?

Das hängt ganz von der Phase ab, in der man sich gerade befindet. Achtet auf die Zusammenstellung eures Teams, sollte es dafür noch nicht zu spät sein! Denn… während der Gründung (und dann auch Ausführung) kommen so viele unerwartete Hürden und Aufgaben auf einen zu, dass man froh ist, wennman sich gegenseitig unterstützen kann.

Trefft euch regelmäßig bevor es wirklich ernst wird und prüft genau, ob ihr euch vorstellen könnt miteinander durch dick und dünn zu gehen. Gründen ist ein Abenteuer, bei dem man manchmal nie genau weiß, was der nächste Tag für Herausforderungen bringt.

Airbons bekommst Du im AppStore (iOS) und im PlayStore (Android). Außerdem sind sie bei Instagram und Facebook vertreten. Versuch dein Glück und vielleicht bist du ja einer der nächsten Gewinner.

>> weitere Infos zur App

Michael Puriss

Ein Bremer Bua, wie er im Buche steht. Ich liebe das Meer und die Sonne, aber auch das Leben in der Stadt. Schlaf ist für mich ein Fremdwort. Meine Passion gilt dem Filme drehen, leckerem Essen und Netflix-Chill-Sonntagen. Ich reise für mein Leben gern und bin treuer Fussball-Fan eines grün-weißen Vereins. Wenn ich mir mal wieder ein neues Gadget zugelegt habe, ändere ich meinen Beziehungsstatus bei Facebook: "Es ist kompliziert!" Überglücklich mit seinen Freunden dieses Projekt und seine Passion für Film und Foto teilen zu können.

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