Die heutige Kommunikation findet auf mehreren Plattformen statt und da kann es schon mal passieren, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Heute befasse ich mit meinen täglichen Problemen in der non-verbalen Kommunikation und der Entwicklung unserer geliebten Kommunikationsplattformen.

Jeden Tag bekommt jeder von uns unmenschlich viele Nachrichten. Egal ob bei iMessage, WhatsApp, Snapchat oder Slack. Aber am meisten regen mich die Leute auf, die mir Sprachnachrichten schicken!

Kennst Du dieses Gefühl, wenn man in einem wichtigen Meeting oder in der Bahn sitzt und man schickt einem Freund eine Nachricht und dieser wiederum ist zu faul, seine Antwort zu tippen und schickt dir stattdessen eine Sprachnachricht? Warum? Warum schickst du mir jetzt eine Sprachnachricht? Eine Sprachnachricht, in der er dir hauptsächlich nur sagt, dass er 5 Minute  später kommt. Naja zumindest weiß jetzt jeder, dass ich 5 Minuten auf ihn warten muss.

Aus Bequemlichkeit…

Es ist egal, ob WhatsApp, iMessage oder Snapchat: Das geschriebene Wort wird einfach ersetzt, weil es bequemer ist. Das ist vielleicht bequemer für denjenigen, der die Nachricht sendet, aber nicht unbedingt für den, der sie erhält. Natürlich ist es schneller den Text einfach zu sagen, anstatt ihn zu tippen, aber in manchen Situationen ist es eben einfach nur nervig.

Im Allgemeinen finde ich die Sprachnachrichten nicht schlecht, aber nur wenn sie wirklich einen sinnvollen Hintergrund haben. Zum Beispiel, wenn dir dein bester Kumpel, die Storys von der letzten WG-Party schildern möchte oder man eine Besprechung kurz zusammenfassen möchte. In den meisten Fällen lassen sich solche Geschichten nicht mal eben so aufschreiben. Das wiederum könnte man seinen Freunden aber auch am Tisch bei einem Bier oder am Telefon erzählen. Nervig sind nur all diejenigen, die zum Beispiel ein normales „Ja“ oder „Ich rufe gleich zurück!“ per Sprachnachricht verschicken.

Snapchat ist King!

Eines muss man aber der ganzen Entwicklung lassen: Ich finde die Idee, jemandem ein Video zu schicken, so wie bei Snapchat, wunderbar. Das kann ich mir dann immer direkt anschauen, wenn ich Zeit habe. Momentan wird Snapchat zumindest noch nicht dazu missbraucht, die oben genannten Kurznachrichten zu verschicken – aber das liegt hauptsächlich daran, dass man nicht wirklich über Snapchat kommuniziert, außer über die Ereignisse im Video. Snapchat hat etwas persönliches und man fühlt sich der Person dadurch näher. Außerdem ist es einfach lustig zu sehen, was andere Leute so in ihrem Leben treiben.

Facebook liest mir die Nachrichten…

Wäre das nicht so, hätte Facebook zum Beispiel nie so erfolgreich werden können. Facebook war mal die Informationsquelle für alle, die unbedingt wissen wollten, was ihre Freunde oder Arbeitskollegen privat machen. Nein besser: Facebook war eigentlich die Quelle der Selbstdarstellung. Bei Facebook wurde nur das gepostet, was einen in das richtige Licht gerückt hat. In den meisten Fällen wurden dort auch die peinlichsten Momenten festgehalten und zwar nicht durch einen selbst, sondern meistens durch die besten Freunde. Facebook wurde mit der Zeit immer mehr ein Medium, um zu zeigen, wie cool man ist oder, wie erfolgreich man ist. Heute ist es nicht mehr, als eine sehr große Nachrichten-Plattform! Wer von uns benutzt Facebook denn noch, um die wirklich privaten Momente festzuhalten? Ja genau, Niemand!

Ein Schatten seines Erfolgs?

Warum Facebook so dahingeschieden ist? Das Internet vergisst halt nicht und immer mehr Leute wollen ihre Zukunft nicht verbauen. Recruiter von Unternehmen haben reihenweise Facebook-Seiten gestalked. Man hat versucht, sich schon vorab ein Bild des zukünftigen Mitarbeiters zu bilden, bevor man ihn überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass man jetzt mehr darauf achtet, was man wirklich preisgeben will oder, wie im Fall von Snapchat, dass sich die meisten Posts 10 Sekunden oder 24 Stunden später wieder löschen.

Aber wo sind die Leute, die sich so gern in den Vordergrund stellen und sich mit ihren Ferraris ablichten lassen und zeigen, wie schön das Leben sein kann? Die sind mittlerweile alle auf Instagram! Alle Fitnessfanatiker, Veganer, Künstler, Models, Neureiche, naja so gut wie jeder! Warum wir uns so etwas gerne anschauen? Wir sind alle Träumer und das ist auch gut so, denn ohne Träume, wie wäre das Leben dann? Wahrscheinlich ein wenig schlechter und lustloser. Träume und Ziele halten uns am Leben und helfen uns voran zu kommen! Denk mal darüber nach…

Auch wenn ich mich jetzt etwas verrannt habe, am Schluss kann ich meine Kernbotschaft ja nochmals hervorheben:

Sprachnachrichten nerven!

 

Foto: Hernán Piñera (flickr.com)

Michael Puriss

Ein Bremer Bua, wie er im Buche steht. Ich liebe das Meer und die Sonne, aber auch das Leben in der Stadt. Schlaf ist für mich ein Fremdwort. Meine Passion gilt dem Filme drehen, leckerem Essen und Netflix-Chill-Sonntagen. Ich reise für mein Leben gern und bin treuer Fussball-Fan eines grün-weißen Vereins. Wenn ich mir mal wieder ein neues Gadget zugelegt habe, ändere ich meinen Beziehungsstatus bei Facebook: "Es ist kompliziert!" Überglücklich mit seinen Freunden dieses Projekt und seine Passion für Film und Foto teilen zu können.

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