Madrid – die Stadt, die niemals schläft. So nennen sie zumindest unsere Freunde von der iberischen Halbinsel. Die spanische Hauptstadt hat tatsächlich einiges zu bieten – was ich so in meinen dreieinhalb Tagen dort erlebt habe, siehst und erfährst Du in meiner Serie. Heute: Tag 2&3, mit dem nationalen Kunstmuseum, dem Estadio Santiago Bernabéu und einer ausgedehnten Shopping Tour..

Kunst im Museo Nacional del Prado
Kunst im Museo Nacional del Prado

Tag 2 – Kunst aus dem Pinsel und Kunst aus Beton

Leider war das Wetter am Sonntag nicht mehr so schön wie am ersten Tag. Immerhin blieb es größtenteils trocken, trotzdem machten wir uns zunächst mal auf das bekannteste und beliebteste Museum der Stadt zu besuchen, nämlich das „Museo del Prado“. Das ist ein reines Kunstmuseum, in welchem man vornehmlich Kunstwerke bekannter spanischer Künstler aus dem 15ten bis 19ten Jahrhundert bewundern kann. Ich bin weder ein Kunstliebhaber noch habe ich wirklich Ahnung davon, meine Freundin konnte da schon mehr mitreden. Trotzdem war es wirklich interessant, das ein oder andere Gemälde genauer zu betrachten und es waren auch einige Gemälde dabei, die ich wiedererkannte.

Man konnte allerdings nicht nur spanische Malereien bewundern, sondern auch welche Holländischer, Deutscher oder Italienischer Künstler. Besonders gefielen mir die leider eher seltenen Landschaftsmalereien, die teilweise beeindruckend realistisch aussahen und alles, was einen gewissen Witz oder Wiedererkennungswert besaß. Aber auch das ein oder andere klassische Gemälde konnte beeindrucken. Da der Eintritt als Student komplett kostenlos ist, ist das Museum wirklich allen, auch künstlerisch weniger interessierten, definitiv zum empfehlen.

Estadio Santiago Bernabéu
Estadio Santiago Bernabéu

Nach dem Museum brauchte es für uns definitiv ein Kontrastprogramm. Was eignet sich dazu besser als eine Tour durch das Estadio Santiago Bernabeu, die Heimspielstätte Real Madrids? Genau, nichts, deswegen machten wir uns auch direkt auf den Weg dorthin. Das Stadion liegt etwas fernab des Zentrums, mit dem Bus ca. 15 Minuten entfernt. Ein Ticket für die Tour kostet 19 Euro und wenn man nicht noch drei Fotos, welche man auf der Tour machen lassen kann, kauft, hat es sich damit auch. Man geht auf einen Rundgang vom obersten Punkt des Stadions bis ganz runter in die Katakomben, wo man die Kabinen, Wellnessbereich und Presseraum etc. anschauen kann. Das Stadion ist wirklich beeindruckend, ich möchte in Zukunft auf jeden Fall mal ein Spiel dort besuchen. Man kann es wirklich mit einer Kathedrale vergleichen – Real Madrid ist auch für viele Fussballfans auf der Welt eine Art „Religion“.

Mercado de San Miguel
Mercado de San Miguel

Was hatte der zweite Tag noch zu bieten? Nach dem Stadionbesuch war es schon wieder Abend geworden und wir bekamen langsam Hunger. Aber statt ein Restaurant zu besuchen, entschieden wir uns für eine bekannte Markthalle, die „Mercado de San Miguel“,  in der man alles mögliche an Tapas probieren konnte. Nicht gerade günstig, dafür aber umso schmackhafter waren die kleinen Leckereien, die man dort auf den Teller bekam. Um nicht unser Reisebudget komplett zu ruinieren, beließen wir es dann auch beim probieren und zogen irgendwann den Schlussstrich. Da noch etwas Hunger übrig war, aßen wir in einem kleinen Imbiss ein „Bocadillo de Calamares“, einem einfachen Baguette belegt mit frittierten Tintenfischringen und Mayonnaise als Topping. Eine typische „Spezialität“ der Hauptstadt. Naja, es war ganz ok, aber etwas trocken und natürlich sehr fettig. Kann man mal essen, mehr aber auch nicht.

Mit gefülltem Magen zogen wir dann nochmal durch die Gassen und besuchten einige Läden, die glücklicherweise auch Sonntags geöffnet haben. Ein riesiger Vorteil gegenüber deutschen Städten – zumindest für die Touristen. Für die Einheimischen, die Sonntags arbeiten müssen, tut es mir eher leid. Das war also Tag 2 und was folgt darauf? Richtig!

Tag 3 – Sind wir hier an der Nordsee? Oder warum stürmt und regnet es hier so?

Der letzte volle Tag begann mit einem eher trüben Ausblick aus dem Hotelfenster. Es regnete sehr und sollte auch den ganzen Tag über nicht mehr aufhören. Wir packten also unseren Regenschirm ein und machten uns wieder auf den Weg in die Stadt. Eigentlich wollten wir den großen Park „Retiro“ besuchen, doch bei diesem Wetter bevorzugten wir es, uns einen gemütlichen Shopping-Tag zu machen und das ein oder andere Cafe bzw. Restaurant aufzusuchen, um sich aufzuwärmen und zu stärken.

Los ging es diesmal direkt an der Metro Station Gran Via, da es unter der Woche keinen Shuttle Service des Hotels zum Zentrum gibt. Macht nichts, da wir nicht als Kind mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen sind konnten wir uns selbst organisieren und mittels Google Maps einen geeigneten und schnellen Weg über die öffentlichen Verkehrsmittel finden. Mango, Nike, Adidas, size?, Primark, Zara,… – gefühlt besuchten wir jeden Laden der Stadt. Unsere Geldbörse freute sich weniger darüber, aber was soll’s. Urlaub ist Urlaub, da darf man sich auch mal etwas gönnen. Es war bei der großen Auswahl auch wirklich kein großes Problem, etwas cooles zu finden.

Mhmmm..yummy!
Mhmmm..yummy!

Am frühen Abend besuchten wir dann noch ein Restaurant namens „The Good Burger“, einer Burger-Kette die ich bisher noch nicht kannte. Schade eigentlich, denn dort kann man recht günstig ganz gut Burger essen. Als Vorspeise bestellten wir uns Nachos „Tex Mex“, die uns alleine fast schon sättigten. Als Hauptgang gab es dann den TGB Burger, für mich standesgemäß mit doppelt Fleisch – echt lecker und alles sehr frisch! Mit dem vollen Magen ließen wir es dann auch bleiben und machten uns auf zurück zum Hotel, wo wir dann nochmal eine letzte entspannte Nacht verbringen konnten, bevor es dann mit dem Flieger zurück in die Heimat ging.

Gran Via - Die Einkaufsstraße Madrids
Gran Via – Die Einkaufsstraße Madrids

Hala Madrid!

Insgesamt war ich sehr positiv überrascht von Madrid. Es war mein erstes Mal in der spanischen Hauptstadt und wird auch bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein. Kulturell und architektonisch hat die Metropole wirklich viel zu bieten und da fast alle Sehenswürdigkeiten direkt im und um das Zentrum herum liegen, braucht man gar nicht so viel Zeit um die Stadt zu erkunden. Jedem, der Madrid mal besuchen möchte, empfehle ich auch ca. drei Nächte einzuplanen, um alles in Ruhe anschauen zu können. Wie immer gilt natürlich, dass man sich sein eigenes Programm zusammenstellen sollte, da jeder verschiedene Interessen hat. Doch es lohnt sich auch mal, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und zum Beispiel ein Kunstmuseum zu besuchen.

Um noch den Einleitungssatz aufzugreifen – Madrid scheint wirklich nicht zu schlafen, Nein, es ist sogar eine der lebendigsten Metropolen Europas und definitiv jeden Besuch wert!

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Marcel Heil

Gebürtiger Pfälzer (der beste Wein..) und nun Wahl-Bayer (das beste Bier...) . Ich bin am liebsten im kreativen Bereich unterwegs - Fotos machen und Videos drehen sind die Dinge, die mir am meisten Spaß machen und mich am meisten motivieren. In meinem realen Leben entwickele ich Software - das hätte ich vor ein paar Jahren selbst nicht gedacht - aber es macht mir Spaß! Wenn ich mal nicht mit eyeslovetosee oder meiner Arbeit beschäftigt bin, findest du mich entweder im Fitnessstudio oder vor dem Fernseher zu Netflix oder Fussball.

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