Nach knapp zwei Wochen ist der Traumurlaub in Südafrika zu Ende gegangen. So wie es nunmal mit den schönen Dingen ist, vergehen sie einfach viel zu schnell und machen Platz für „Post-Travel-Depression“. Nachdem die ersten fünf Tage schon atemberaubend waren, hatte die verbleibende Zeit weiterhin Überraschungen und Entzückung für uns im Petto.

Hippo Hollow

Für unsere Übernachtungen in Reichweite des Nationalparks, hatten wir uns auf Empfehlung in das Lodge Hippo Hollow eingenistet. Dort kann man wahlweise in Hütten mit Strohdächern oder in gemütlichen Zimmern mit afrikanischem Flair schlafen. Der Service dort ist von Anfang bis Ende erstklassig – von Begrüßungsgetränk, über Koffertragen bis hin zur Erfüllung jeglicher spontanen Sonderwünsche. Durch die Lage mit direkter Verbindung zum Dschungel, lebt man aber relativ gefährlich. Man muss sich hier immer Klaren sein, dass im Fluss vor dem Restaurant oder im Wald verschiedene wilde Tiere plötzlich auftauchen können, seien es Krokodile, Elefanten oder, wie in Teil 1 des Logbuchs beschrieben, auch Flusspferde. Aber keine Sorge, für die Sicherheit sind rund um die Uhr trainierte Ranger vor Ort. Alles in Allem also eine sehr Aufregende Location.

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Hippo Hollow Rezeption und Restaurant

Krüger Nationalpark Safari

Nach der ersten erholsamen Nacht, stiegen wir gleich um 5h30 in der Früh in den Jeep und starteten unsere Safari im Krüger Nationalpark – dem größten Wildschutzgebiet Südafrikas. Bei leichtem Regen hatten wir die Möglichkeit so gut wie alle dort lebenden Tiere zu sehen. Durch das kühlere und feuchtere Wetter, waren die Tiere sehr aktiv, denn zur Zeit leidet das Land unter Dürre und bietet dadurch weniger Trinkwasser und Nahrung. Besonders nah kamen wir Elefanten, Giraffen und Hyänen. In größerer Entfernung gab es dann noch unter Anderem Flusspferde, Zebras, Löwen und die seltenen Nashörner zu sehen.

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Elefantenfamilie im Nationalpark

Apropos Elefanten: diese gelten in afrikanischen Wildparks als Plage, weil die sehr paarungsfreudig sind und sich schnell fortpflanzen. Die Konsequenz ist die Vernichtung der lokalen Flora und damit eine Nahrungsknappheit für die andere Tiere. Aus diesem Grund werden häufiger Elefanten gejagt und erlegt, um die Population in Schacht zu halten. Es heißt, dass der Krüger Nationalpark 300% mehr Elefanten hat, als er eigentlich an Kapazität verfügt. Eine Lösung für dieses Problem haben sich Vereine wie Elephant Whispers ausgedacht, aber dazu gleich mehr.

Blyde River Canyon

Als Teil der sogenannten Panoramastraße, fuhren wir bis tief in den Blyde River Canyon hinein. Von seiner Form erinnert der Canyon an den Grand Canyon in den USA, nur deutlich grüner. An mehreren Aussichtspunkten hatten wir eine perfekte Sicht auf das tiefe Tal, mit einer unglaublichen Erfahrung, direkt am Rand auf einem Stein zu sitzen, und die Beine einfach mal baumeln zu lassen. Weiter südlich kamen wir dann zu den Berlin und Lisbon Falls. Hierbei handelt es sich um wunderschöne Wasserfälle, die naturbelassen und knapp 100 Meter hoch sind. Während die Versuchung groß war, ins tiefe Wasser zu springen, hat mich die Vernunft zum Glück daran gehindert.

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Perfekte Aussicht auf das Tal des Blyde River Canyon

Elephant Whispers und Chimp Eden

Um die Jagd auf Elefanten einzuschränken, übernehmen Vereine die Verantwortung für die großen Tiere und bieten ihnen in kleineren Parks ein alternatives Leben. Dort werden sie über Jahre hinweg langsam an den Menschen gewöhnt und trainiert. Das Ziel ist es, Besuchern die Möglichkeit zu geben, die gewaltigen Tiere besser kennenzulernen und sie anzufassen, sodass ein größerer Respekt zwischen Mensch und Tier entsteht. Es muss hier festgehalten werden, dass die Elefanten nicht zur Belustigung gehalten werden, um dann Zirkus ähnliche Tricks aufzuführen.

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Die Elefanten aus Elephant Whispers

Ein ähnliches Projekt zum Schutz von misshandelten Tieren ist das Chimp Eden, das von der bekannten Affenforscherin Jane Goodall ins Leben gerufen wurde. Die Einrichtung liegt weiter südlich am Ende des Krüger Nationalparks. Auf einer enormen Fläche bestehend aus Gras und Wald, bekommen hier Schimpansen eine zweite Chance. Das Chimp Eden setzt sich nämlich für illegal gehaltene Affen ein, die schwer misshandelt wurden. Generell ist die Haltung von Affen illegal und führt zur sofortigen Beschlagnahme der Tiere. Im Chimp Eden sind drei Schimpansenfamilien angesiedelt, die fernab von direktem Menschenkontakt ihr restliches Leben genießen können. Manche der Schimpansen haben schwerwiegende Misshandlungen hinter sich. Ein besonders schlimmer Fall ist Zacarias, der zur Belustigung vor einem Nachtklub in Nigeria angekettet war, wo es regelmäßig Zigaretten und Alkohol für ihn gab. Unterernährt und fast ohne jegliche Behaarung, wurde er 2007 gerettet, auf Entzug gesetzt und macht seitdem dem Alphatier in seiner Familie Konkurrenz. Man kann dieses Projekt durch Patenschaften für die Affen unterstützen, was ich für sehr lobenswert halte!

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Die geretteten Schimpansen Thomas, Zac und Sina

Kap der guten Hoffnung

Die verbleidenden 3 Tage hatten wir uns für Tagestrips runter an den südlichsten Punkt des Kaps aufbewahrt. Nach einer 1,5 Stunden langen Fahrt mit dem Auto waren wir auch schon am Eingang des Table Mountain Nationalparks angekommen, der eine große Fläche des Kaps einnimmt. Eine witzige Erfahrung war übrigens das Fahren auf der linken Fahrbahn und dem Lenkrad auf der rechten Seite. Ist man erstmal an den vielen Baboons vorbeigefahren und hat man die vielen Stufen auf dem Weg nach oben geschafft, kann man die tolle Aussicht am Kap genießen. Das besondere am Kap ist der Mix aus wunderschönen Stränden, steilen Klippen und dicht bewachsene Hügel. Diese Erfahrung macht man wahrlich nur hier.

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Cape Point – südlichster Punkt am Kap

Abschließend haben wir noch die beiden Pinguinstrände Boulder’s und Betty’s Bay, und die für Walsichtungen bekannte Stadt Hermanus besucht. Es ist unglaublich, wie nah man den Pinguin an den beiden Stränden kommt. Die wilden Tiere sind Menschen zwar gewohnt, schnappen aber gnadenlos mit ihren Schnäbeln zu, wenn man ihnen zu nahe kommt. Doch wenn die Tiere sich sicher fühlen, laufen sie auch gerne mal ganz dicht an einem vorbei und chillen neben einem – ohne Stress. Was man hier noch hinzufügen muss, ist der unangenehme Geruch der Pinguine und deren Esels ähnlichen Rufe. In Hermanus hatten wir leider kein Glück bei der Walsichtung. Das liegt aber auch daran, dass die Walsaison eigentlich nur von Juni bis August ist, wenn sich die Wale zur Paarung in Küstennähe begeben. Getröstet wurden wir mit frischem Fisch im Fisherman’s Cottage.

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Meet and Greet mit den afrikanischen Pinguinen

Fazit

Wenn man alle Eindrücke einmal gesammelt hat und diese sich nochmal durch den Kopf gehen lässt, komme ich zu einem eindeutigen Ergebnis: Südafrika ist ein absolutes Muss für alle Reiselustigen, die gerne auch mal aus Europa rauswollen und ein wärmeres Klima suchen. Besonders jetzt steht der Euro zum südafrikanischen Rand sehr gut, was das Leben für Touristen sehr günstig macht. Dadurch, dass dort überwiegend Englisch gesprochen wird, stößt man auch nicht auf Kommunikationsprobleme. Das Land bietet einen perfekten Mix aus Abenteuer, Erholung und Kultur. Alleine für das tolle Essen und die ausgefallenen Bars ist eine Reise nach Kapstadt absolut wert.

 

Richard Wiswesser

In München geboren und trotzdem als "Preiß" abgestempelt, Fußballer mit Leib und Seele (wenn auch semi erfolgreich), absoluter Tech-Nerd mit Vorliebe für Apple und Smart Home, zocke hauptsächlich FIFA und Action Adventure Spiele wie „Zelda“ und „Uncharted“, und wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, dann wäre es, die Zeit zu kontrollieren.

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