Zanzibar ist eine Insel im Indischen Ozean vor der Küste Tansanias. Sie erstreckt sich über 2654 km² und hat 1.15 Mio. Einwohner. Mit ihren traumhaften weißen Stränden, Beachclubs und der hektischen Hauptstadt Stown Town bietet Zanzibar unvergessliche Erlebnisse und passende Aktivitäten für jeden.

Ich besuchte Zanzibar im letzten September nach meiner Kilimanjaro-Besteigung. In erster Linie stand deshalb Entspannung auf dem Plan, dennoch wollte ich in den sechs Tagen aber auch möglichst viel kennen lernen.

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Der Flug vom Kilimanjaro Airport nahe Moshi nach Stone Town lag schon nach eineinhalb Stunden hinter uns. An dem beschaulichen Flughafen angekommen überlegten wir uns zunächst eine Taktik, um zu unserem 50km entfernten Hostel zu gelangen. In Deutschland würde man für so eine Strecke vielleicht 45 Minuten einplanen, doch hier waren die Verkehrsbedingungen doch etwas anders und wir wollten nicht einfach ein Taxi nehmen, sondern das örtliche Hauptverkehrsmittel, die Daladalas, nutzen. Allein preislich macht das schon einen großen Unterschied: Während ein Taxi für diese Strecke umgerechnet etwa 40 € gekostet hätte, lagen wir im Daladala bei etwa 4 € zu zweit! Den “Fahrplan” habe ich bis heute nicht verstanden, falls es den überhaupt gibt. Man musste sich auf die Auskunft von Ansässigen verlassen, die einem für ein kleines Trinkgeld in den richtigen Bus schoben. Dort wurden unsere Backpacks unter Bananenkisten und Ersatzteilen verstaut und es ging los.

Die Haupthaltestelle der Daladalas in Stone Town
Die Haupthaltestelle der Daladalas in Stone Town

Die Fahrt zum Hostel wurde immer wieder durch die Polizei unterbrochen. Wie wir später erfuhren, hing das mit den bevorstehenden Wahlen im Oktober 2015 zusammen. Stichprobenartig wurden Autos und Personen kontrolliert, um politisch-motivierte Ansammlungen zu verhindern. Wie die Wahl später noch aus dem Ruder lief, zeigte der Wahlabend. Es kam zu einer Schlägerei zwischen den Spitzenkandidaten und die Wahl musste annulliert werden.

Ankunft beim Hostel "Teddy's Place"
Ankunft beim Hostel „Teddy’s Place“

Unser erstes Hostel war das Teddy’s Place in Paje, das von Deutschen geleitet wurde. Da wir zum Ende der Saison dort waren, war es nicht mehr voll ausgebucht und auch die Strände waren angenehm leer. Das besondere an unserem Hostel war, dass alle Zimmer in einzelnen kleinen Bungalows waren. Hier gab es Mehrbett-Bungalows und Einzelbungalows, alle direkt im Sand. Zwischen den Bungalows standen Palmen und es gab einen Beach-Volleyball-Platz. Dort wurden von den Hostelbetreibern fast täglich kleine Spiele organisiert, an denen auch Einheimische teilnahmen. Zanzibar ist als sehr beliebtes Revier für Kitesurfer bekannt, die man den ganzen Tag am Strand beobachten konnte.

Traumhafte Strände laden zum Kitesurfen ein
Traumhafte Strände laden zum Kitesurfen ein

Ein kleiner Nachteil der wenigen Gäste war, dass viele Lokale bereits geschlossen waren. Dennoch fand an jedem Tag in einem Lokal des Ortes eine Party statt, die in allen Unterkünften promoted wurde. Da wir uns sowieso  hauptsächlich entspannen wollten, war dies für uns kein größeres Problem. Eines Abends gingen wir dann im Jambo Beach Club feiern und waren begeistert. Es waren auch viele Einheimische vor Ort und die Stimmung war ausgelassen und entspannt. Da der Club direkt am Strand lag, wurde barfuß im Sand getanzt. Spät in der Nacht ereignete sich ein amüsanter Zwischenfall: Die Beleuchtung fiel aus, woraufhin die Gäste mit ihren Handys leuchteten. Das schuf eine ganz besondere Atmosphäre und Gemeinschaftsgefühl.

Der Strand von Paje
Der Strand von Paje

Nach drei Tagen in Paje zogen wir um nach Kendwa im Norden der Insel. Diese Region gilt als touristischer, soll aber auch noch schönere Strände bieten.

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Die Route von „Teddys Place“ zum „Kendwa Rocks“

Für die Fahrt ins Kendwa Rocks mussten wir gute 100 km zurücklegen. Mit dem Daladala gab es verschiedene Möglichkeiten, bei denen man jedoch mindestens ein Mal umsteigen musste. Wir wussten nicht wirklich, wie das funktionieren sollte aber machten uns erstmal einfach auf den Weg nach Stone Town. Dort angekommen hatten wir keine Ahnung, wo unsere nächste Mitfahrgelegenheit abfahren würde. Ein Ortsansässiger bemerkte unsere Ratlosigkeit und zeigte uns die richtige Haltestelle und den richtigen Bus. Dort vermittelte uns ein weiterer Mann an einen Busfahrer. Natürlich verlangten beide ein angemessenes Trinkgeld und die Fahrtkosten mussten neu verhandelt werden. Auch wenn es sich nur um kleinere Eurobeträge handelte, war es ein unschönes Gefühl, dass man jede Hilfe bezahlen und sogar noch über den Betrag verhandeln musste. Nach insgesamt etwa drei Stunden erreichten wir dann unsere neue Unterkunft und verbrachten den Rest des Tages am Strand. Das Kendwa Rocks war deutlich größer angelegt und es ließ sich erahnen, was für ein Betrieb dort zur Hauptsaison zu erwarten ist.

Das "Kendwa Rocks" in Kendwa
Das „Kendwa Rocks“ in Kendwa

Es gab einen großzügigen Restaurantbereich mit umfangreicher Speisekarte und eine Strandbar mit Getränken aller Art und Shishas. Zur Hauptsaison sollen die Moonlight Partys der absolute Wahnsinn sein, was wir leider nicht mit erleben durften.

Traumhafter Ausblick am Abend in Kendwa
Traumhafter Ausblick am Abend in Kendwa

Nach zwei Tagen in Kendwa ging es wieder zurück nach Stone Town, wo wir nochmals zwei Nächte verbringen wollten, um die Stadt zu erkunden. Uns war sofort klar, dass wir hier besonders auf unsere Wertgegenstände aufpassen mussten, beziehungsweise möglichst wenige dabei haben sollten.

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Die Innenstadt von Stone Town

Die Stadt war an sich sehr hektisch, die meisten Straßen allerdings nicht mit dem Auto befahrbar, was die Situation etwas entschleunigte. Es war trotzdem sehr spannend die Stadt zu erkunden und über die großen Märkte zu schlendern.

Ein Markt Stone Town
Ein Markt Stone Town

Alles in Allem ist Zanzibar definitiv eine Reise wert! Die Strände sind bestimmt mit die schönsten der Welt und der Abwechslungsreichtum der Insel ist unbeschreiblich. Wenn man mit Übernachtungen in Hostels und den einheimischen Verkehrsmitteln kein Problem hat, kann man dort außerdem eine relativ günstigen Urlaub verbringen. Nur die Restaurants und Bars sind nicht viel günstiger als in Deutschland.

Max Graf

Ich arbeite als Visual Designer und genieße es meine Freizeit zum Schreiben von Artikeln und Produzieren von Videos besonderer Erlebnissen zu nutzen. Meine Interessen liegen vor allem in neuer Technologie, Design und Start-Ups. Außerdem liebe ich es zu reisen!

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