Luke Mockridge, ein kanadisch-italienischer Comedian und Autor, entstammt einer Theater-Familie aus Bonn, wo er mit 5 Brüdern aufwuchs. Das und sein Engagement in einer Musical-Gruppe begründet seine aufbrausende und etwas hibbelige Art auf der Bühne, aber auch sein musikalisches Talent. In Koblenz trat er gestern Abend vor 1600 Zuschauern im Rahmen seiner „I’m lucky, I’m Luke“-Tour in einer erneut ausverkauften Halle auf.

Die meisten werden Luke Mockridge wohl aus einem seiner Kurzauftritte bei „TV total“ kennen, zu denen ihn Stefan Raab, der in diesem Jahr seinen TV-Rücktritt verkündete, immer wieder einlud. Stefan Raab ist einer der größten Unterstützer Lukes und nahm ihn unter anderem auch zu seinen Sondershows nach New York im letzten Jahr mit.

Für mich war es der erste Besuch einer reinen Comedy-Show. Ich war gespannt, ob die Stimmung direkt locker und lustig werden und Luke mit seinen Witzen sofort das Publikum erreichen würde. Als er dann pünktlich auf die Minute fröhlich auf die Bühne hüpfte und die Zuschauer begrüßte war klar, dass es ein unterhaltsamer Abend werden würde. Seine Show begann mit ein paar Fragen in die Runde und der persönlichen Begrüßung einiger Gäste, die er nach Name, Wohnort und Beruf fragte. Aus diesen Informationen formte er direkt einen Gag oder komponierte sogar ein kleines Lied am Klavier, mit dem er den Zuschauer sehr kreativ in die Pfanne haute.

Luke Mockridge
Luke Mockridge am Piano

Nach dieser sehr auflockernden Anfangsphase begann sein erster Hauptprogrammpunkt „Kids der 90er“. Da ich im gleichen Alter wie Luke bin, wurde ich durch dieses Thema bei „TV total“ erstmals auf ihn aufmerksam. Mittzwanziger können sich in vielen Anekdoten von Luke wiederfinden. Zur Überprüfung des 90er-Fachwissens wurden zunächst ein paar musikalische Klassiker von „Mr. President“, über die „Backstreet Boys“, bis hin zu „Eifel 65“ angestimmt, die das Publikum jubelnd begleitete. Die darauf aufbauenden Gags deckten sich leider größtenteils mit den mittlerweile zahlreichen Auftritten im Fernsehen, was nicht zuletzt daran liegt, dass er mit dem Programm „I’m lucky, I’m Luke“ schon seit 2012 auf Tour geht.

Nach etwa einer Stunde legte Luke Mockridge eine 20-minütige Pause ein, in der er die Gäste motivierte, ihm auf seiner Facebook-Seite zu schreiben. Mit einigen dieser Posts eröffnete er dann die zweite Hälfte. Daraufhin folgte auch das unterhaltsamste Ereignis des Abends: Eine Zuschauerin wurde bereits zu Beginn der Show gefeiert, da sie an diesem Abend Geburtstag hatte. In der zweiten Show-Hälfte kam er nochmals auf sie  zurück und fragte, wo denn ihr Freund heute Abend sei. Sie antwortete, er wäre daheim. Dann verkündete Luke: „Dein Freund sitzt nicht daheim, wie du denkst. Er hat mir eine E-Mail geschrieben und ist heute Abend hier, weil er dir eine ganz besondere Frage stellen will! Hier ist dein Freund!“. Die Menge jubelte begeistert und wartete gespannt auf einen Heiratsantrag! Doch wenig später folgte ein Nachsatz von Luke: „Verarscht!!!“

„Oh man, war das assi!“

Selbst Luke wirkte nach diesem Witz etwas unsicher, ob das nicht eine Nummer zu hart war und entschuldigte sich noch ein paar Mal. Das Publikum applaudierte und konnte sich vor Lachen nicht mehr halten. „Ihr habt das echt alle geglaubt oder?“, fragte Mockridge.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Abend wirklich sehr unterhaltsam war. Die Improvisationen waren herausragend und zeigen das große Standup-Talent von Luke Mockridge. Den einzigen Abzug würde ich dafür geben, dass vielen Passagen bereits aus TV und Internet bekannt sind. Allerdings entlocken einem auch diese immer noch ein Schmunzeln, wenn man auf seinen leicht pubertären Humor steht.

Max Graf

Ich arbeite als Visual Designer und genieße es meine Freizeit zum Schreiben von Artikeln und Produzieren von Videos besonderer Erlebnissen zu nutzen. Meine Interessen liegen vor allem in neuer Technologie, Design und Start-Ups. Außerdem liebe ich es zu reisen!

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