Wer sich heutzutage vornimmt, ein social network aufzubauen, muss entweder etwas komplett Neues im Ärmel haben oder einfach verrückt sein. Denn der Social Media Markt ist mit Anbietern überflutet und die Spitze hart umkämpft. Nichtsdestotrotz erleben wir immer wieder die Geburt eines neuen Netzwerks – und das in der Regel rein als App. Das aktuellste Beispiel dafür ist die neue App “Peach”. Aber wie viele soziale Kanäle können wir eigentlich noch vertragen?

Facebook, Twitter, Instagram … Das sind die wohl bekanntesten sozialen Medien und repräsentieren nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt nämlich aktuell über 200 soziale Netzwerke allein, die sich rein auf die Vernetzung von Personen konzentrieren. Und es werden immer mehr. Um sich behaupten zu können, muss man also mit etwas Neuem auftrumpfen – zum Beispiel wie Snapchat, die durch das Verschicken von kurzen Videos eine große Fangemeinde gewonnen haben. Was bringt also Peach mit, das den User überzeugen soll, die App täglich zu nutzen?

Ein Messenger mit Timeline

An sich wird Peach als Messenger gesehen und von manchen Quellen sogar als mögliche Konkurrenz zu Whatsapp gehandelt. Die App gibt Usern die Möglichkeit, sich mit Anderen zu vernetzen und zu schreiben, aber auch einen Status, ein Bild oder auch Zeichnungen zu posten. Diese Funktionen gibt es natürlich bereits in anderen Social Media Apps. Das Neue, das Peach jedoch mitbringt, ist eine Art Software-Bot, über die wir bereits berichtet haben. So kann der Nutzer einen Befehl – auch Magic Words genannt – eingeben und der Bot gibt passend dazu eine Antwort oder führt eine Funktion aus. Ein Beispiel wäre das Magic Word “Move”. Sobald dieses eingegeben wird, zieht sich Peach die Daten des iPhone-internen Pedometers und gibt an, wieviel man sich bewegt hat. Oder man gibt “gif” ein und prompt kann man aus einer Auswahl von GIFs das passende auswählen. Der Bot gibt einem auch Vorschläge, was man denn posten könnte, falls einem Mal die Ideen ausgehen.

Nettes Konzept in einfach schönem Design

Peach lebt von seiner Einfachheit. Die Macher der App haben sich bewusst auf grundlegende Funktionen konzentriert und diese leicht erreichbar gemacht. Facebook-typische Funktionen wie Gruppen oder Veranstaltungen werden nicht angeboten. Das Design selbst der App wirkt fast antik, denn die User Experience ähnelt sehr den Anfängen von Social Media. Doch genau davon lebt die App. Das was sie kann, macht sie richtig gut.

Links: wunderschöne Zeichnung; Rechts: Liste unterstützter „Magic Words“

Eine App mit Zukunft?

Erst Anfang des Jahres ist der Hype um die App durch die Decke gegangen. Die App hat es in kürzester Zeit an die Spitze der App Store Charts geschafft. Doch kurioserweise war die App ein paar Tage später dort nicht mehr zu finden. Experten sprechen deshalb schon vom Tod von Peach. Doch so läuft das auf dem Social Media Markt. Man muss erst einen Hype erschaffen und dann mit der geringen Userzahl eine Fanbase erschaffen. Wenn diese User Peach treu bleiben, werden neue User hinzukommen und die App an Wichtigkeit gewinnen. Und wer weiß, vielleicht katapultiert sich Peach in die Nähe der Spitze, so wie es einst Snapchat machte. Ich für meinen Teil werde der App weiterhin eine Chance geben und sehen, ob sie wirklich was taugt. Wer Peach ausprobieren möchte, kann mich gerne adden. Ich bin unter “richbaye” zu finden.

UPDATE: Die Peach App ist jetzt auch über den Desktop bedienbar

>> zur Peach-Webapp

 

Quellen und Fotos: PeachThe New Republic

Richard Wiswesser

In München geboren und trotzdem als "Preiß" abgestempelt, Fußballer mit Leib und Seele (wenn auch semi erfolgreich), absoluter Tech-Nerd mit Vorliebe für Apple und Smart Home, zocke hauptsächlich FIFA und Action Adventure Spiele wie „Zelda“ und „Uncharted“, und wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, dann wäre es, die Zeit zu kontrollieren.

Alle Beiträge anzeigen