Das Internet ist heutzutage unser ständiger Begleiter – vom Shoppen, über Filme streamen bis hin zum smarten Haus. Der Wunsch der Behörden nach Kontrolle des Internets ist gerade jetzt im Rahmen der Netzneutralität ein großes Thema. Der Großteil der User möchte weiterhin ungehindert surfen können, ohne auf Schritt und Tritt kontrolliert zu werden. Dieses Bedürfnis ist eine der Motivationen hinter dem Darknet – das Internet im Untergrund.

Die Katakomben des Internets

Es ist das Zuhause der Hacker, illegalen Unternehmer und generell der anonymen Nutzer. Dabei funktioniert es eigentlich genauso wie das normale Internet auch – man nehme einen Computer, eine Internetverbindung und einen Browser. Doch mit Chrome, Safari oder Firefox kommt man nicht weit. Man benötigt den „TOR-Browser“, der von Roger Dingledine und Nick Mathewson entwickelt wurde. TOR steht hierbei für The Onion Routing, was die Funktionsweise des Browsers abstrakt darstellt. Das Ziel von Tor ist es, jegliche Nutzung zu anonymisieren, was bedeutet, dass der User weder geortet, noch sein Surfverhalten aufgezeichnet werden kann. Klingt eigentlich nicht schlecht – insbesondere nach dem NSA-Skandal, dessen Auswirkungen noch heute spürbar sind.

Das Prinzip des TOR-Browsers ist ebenso simpel wie genial. Während das klassische Surfen mit einer IP-Adresse versehen wird und dadurch nachvollziehbar ist, gelingt es TOR, die Nutzung auf eine Vielzahl von Computern und Servern umzuleiten und es dadurch großflächig zu verstreuen.

Anonymes Surfen – gut oder schlecht?

Die Anonymität des Darknets birgt eine große Menge an Vorteilen. So können z.B. Journalisten einfacher mit geheimen Quellen kommunizieren, ohne, dass der Staat dazwischen gehen kann. Und wie wir heute wissen, kann das dem 08/15 Bürger zu Gute kommen. Einfache Shop-Lösungen bieten auch die Möglichkeit, günstiger (oder gar kostenlos) an verschiedene Sachen zu kommen, die auf dem freien Markt oft stark eingeschränkt und dadurch überteuert sind. Schließlich agiert auch die bekannte Aktivisten-Gruppe „Anonymous“ im Darknet, um ihre meist positiven Aktionen durchzuführen.

Das Darknet beinhaltet aber durchaus auch kuriose Sachen, denn generell lässt sich alles finden, was offiziell als illegal gilt. Die Rede ist von Drogen, Malware, Raubkopien und illegaler Pornographie. Durch die nicht vorhandene Kontrolle, ist es einfach für Nutzer an solche illegalen Inhalte zu kommen. Besonders bei Themen wie Identitätsdiebstahl oder Kinderpornographie verliert das Darknet seine Existenzberechtigung.

Es gibt Hoffnung

Obwohl das Internet im Untergrund keinerlei Überwachung unterliegt, ist eine Art Nachbarschaftswache aktiv, die hauptsächlich aus Hackern besteht. Die haben es sich zur Aufgabe gemacht, illegale Seiten im Darknet ausfindig zu machen und diese durch verschiedenste Maßnahmen still zu legen. Dadurch kontrollieren sich die Nutzer gegenseitig, was gerne mal in einen Krieg unter Hackergruppen ausarten kann. Davon profitiert zwar die große Masse, doch sicher und gefahrlos ist es im Untergrund keinesfalls.

Eines ist klar – das Darknet ist nicht für Jedermann. Vor allem, weil das normale Nutzerverhalten im Untergrund nicht stattfinden kann. Wer mehr zu dem Thema erfahren will, sollte sich dringend folgende Ted-Rede von Jamie Bartlett anschauen.


Quelle: Tor Project

Foto: Thom

Richard Wiswesser

In München geboren und trotzdem als "Preiß" abgestempelt, Fußballer mit Leib und Seele (wenn auch semi erfolgreich), absoluter Tech-Nerd mit Vorliebe für Apple und Smart Home, zocke hauptsächlich FIFA und Action Adventure Spiele wie „Zelda“ und „Uncharted“, und wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, dann wäre es, die Zeit zu kontrollieren.

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