Es ist Sommer in Deutschland und die beste aller Jahreszeiten ist im vollen Gange: die Festivalsaison. Wilde Outfits, Massencampen, Flunkiball Turniere und ganz viel gute Musik gehören mit zu den wichtigsten Aspekten. Falls du noch nie auf einem Festival warst, geben wir dir hier einen Überblick über den typischen Ablauf.

Der Festivalguide

Die Anreise ist ganz dir überlassen, wir empfehlen sie dir mit dem Auto oder der Bahn anzutreten. Solltest du dich für ersteres entscheiden, sei gewarnt, der Stau zum Festivalgelände kann unter Umständen auch mal 6 Stunden dauern. Mit der Bahn ist es relativ einfach, oft sind Regionalzuge schon im Ticket enthalten. Wir nehmen dir jetzt schon mal alle Illusionen auf einen Sitzplatz, meistens spielst du Tetris mit deinen Mitfahren und deren Gepäck, da die Züge übermäßig voll sind. Das macht aber nichts, die ersten Trinkspiele fangen im Zug an und lassen dich schnell alle Unannehmlichkeiten vergessen.

Am Festivalgelände angekommen, darfst du dein Ticket in dein heiß ersehntes Bändchen eintauschen, dass dir zukünftig den Zugang zum Campingplatz und den Konzertbühnen ermöglicht.

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Idyllisches Wohnen

Der Campingplatz ist in der Regel eine große Fläche ungenutzter Wiese oder Schlamm, hier hast du die Ehre dein Zelt aufzuschlagen. Meistens ist das Gelände sehr schnell voll, also beeil dich, sonst sind nur noch Plätze neben den Toiletten und in Pfützen übrig! Gesell dich zu Leuten, die dir sympathisch sind, auch wenn es am Anfang so scheint, als kennst du niemanden, spätestens nach 24 Stunden bist du mit den Bewohnern deiner Straße bestens vertraut.

Der Vormittag ist in der Regel ruhig, nachdem du aus deinem Zelt gekrochen kommst und dein Rücken sich über die Isomatte beschwert, kannst du dich gediegen in deinen Campingstuhl setzen, dir einen Kaffee kochen und deine erste Schüssel Cornflakes essen. Dabei ist es natürlich vollkommen legitim um neun schon dein erstes Bier zu trinken, denn hey, hier darfst du alles!

Körperhygiene unter besonderen Umständen

Bevor die erste Action an den Bühnen los geht, unterdrückst du am besten das Bedürfnis zu duschen, (1. die Schlange ist unglaublich lang und 2. duschen ist uncool) und putzt dir mit Getränkeresten deine Zähne. Danach wird sich erst mal sportlich betätigt und gegen deine Nachbarn ein Flunkiball Turnier veranstaltet.

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Üblicher Weise beginnt das Festivalprogramm Mittags, mit kleineren Bands, die Auftritte zwischen 30 und 60 Minuten geben. Wenn du keine Band davon kennst, dann nutz die Zeit, über das Konzertgelände zu laufen und bei allem mal reinzuhören. Oft sind es die kleinen Bands, die richtig cool sind und eine besondere Show liefern. Des weiteren wird ein großes Angebot um die regulären Konzerte dargeboten, je nach Größe des Festivals kannst du Riesenrad fahren, dir ein Fake-Tattoo machen lassen oder dich einkleiden als hättest du eine Zeitreise ins Jahr 1969 unternommen, außerdem gibt es allerlei Essenmöglichkeiten zu mehr oder weniger erschwinglichen Preisen, du musst also nicht verhungern.

Gegen Nachmittag wird’s voll und spätestens Abends zu den Top Acts und Headlinern strömen die Massen auf das Konzertgelände. Wenn du bei einem Konzert vorne stehen möchtest, musst du früh und taktisch handeln. Komm 2-3 Konzerte vor deinem Wunschkonzert und sorge dafür, dass du dich zwischen den Bandwechseln immer weiter nach vorne arbeitest.

Tetrabag hat Tetraswag

Damit du an diesem Punkt noch nicht dehydriert bist, baue dir aus deinem Gaffa und deinen Getränke-Tetrapacks einen praktischen Trinkbeutel (funktioniert auch wunderbar mit Alkohol!). Wenn die Konzerte zu ende sind und du immer noch Energie hast, schau noch auf der Aftershow Party vorbei oder lass mit den anderen den Abend ausklingen.

Der Tagesablauf wiederholt sich für die übrig bleibenden Tage des Festivals, bis der anstehende Montag dich aus deiner Festivaltrance weckt. Warte nicht bis zum letzten Moment mit der Heimfahrt. Je länger du dir die Müllhalde aus liegen gebliebenen Zelten, Dosenessen und verschlammten Klamotten anschaust, desto tiefer ist die Festival Depression, in die du verfällst.

Damit du auch bestens ausgestattet bist, teilen wir nächste Woche unsere ultimative Packliste und für Mädels leichte Do-It-Yourself Festival Accessoires mit dir. Viel Spaß beim Dancen!

Jule Haug

Besonders qualifiziert bin ich als professionelle Tagträumerin, immer unterwegs zwischen Uni und Arbeit (oder meistens im Café dazwischen). Die Beziehung zu meiner Kaffeemaschine ist sehr innig. Meine Lieblingsfarbe ist Glitzer und meine Superkraft ist Tollpatschigkeit.
Über Reisen, Essen, Kunst und Kultur wirst du von mir am meisten finden.

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