Apple hat vor kurzem ein neues Battery Case herausgebracht, das die fast eingeschlafenen Diskussionen um die Batterielaufzeit von Smartphones wieder neu entfacht hat. Die meisten von uns haben sich längst dran gewöhnt, ihr Smartphone täglich aufladen zu müssen. Die Frage die wir uns alle stellen ist aber, wieso gibt es noch keine neue, bessere und Massenproduktion-taugliche Technologie?

Um zu verstehen wo der Ursprung unserer heutigen Batterien liegt, muss man bis ins Jahr 1991 zurückschauen. Damals nutzte Sony die ersten Lithium-Ionen Batterien in ihrer Videokamera CCD TR 1. Damals gab es aber weder Geräte wie Smartphones, noch hochleistungsfähige mobile Computer. Lediglich eine Hand voll viel zu teurer Mobiltelefone, den Walkman und einige andere, nach heutigen technologischen Standards lächerliche Geräte, die wiederaufladbare Batterien nutzten.

Kaum Fortschritte

Doch in den knapp 25 folgenden Jahren entwickelte sich die Computerindustrie so rasant, dass Moore’s Law (die Anzahl der Transistoren auf einem integrierten Schaltkreis verdoppelt sich etwa alle zwei Jahre) fast schon übertroffen wurde. Prozessoren und Grafikeinheiten wurden und werden noch immer schneller und effizienter, nur die Batterien, die sind immer noch (fast) die selben.

Sicherlich gibt es auch bei dieser Technologie einige Verbesserungen. So können die Batterien viel schneller geladen werden, sind beinahe in allen erdenklichen Formen nutzbar und in Milliarden von Geräten eingebaut. Doch sie haben immer noch die gleichen Makel – sie verschleißen mit der Zeit und eine Ladung hält nicht gerade ewig. Dass unsere Smartphones überhaupt einen Tag ohne Stromzufuhr aushalten liegt einfach nur daran, dass unsere heutigen Computerchips wesentlich energieeffizienter sind als die vor 10, 20 oder 30 Jahren.

Gibt es neue, bezahlbare Technologien?

Sicherlich gibt es immer wieder neue Ansätze, wie zum Beispiel Batterien, die mit einer Art Wasserstofftank arbeiten. Doch dabei gibt es viele Gefahren zu beachten und auch die Wirtschaftlichkeit muss gewährleistet sein. Es bringt uns allen nichts, wenn unsere Batterie zwar eine Woche hält, wir aber pro Ladung 5 Euro dafür bezahlen müssen.

Der Samsung "Fast Charger"
Der Samsung „Fast Charger“

Die neusten Ideen beschäftigen sich eher damit, die Ladezeit so kurz zu gestalten, dass sie zu vernachlässigen ist. So gibt es bereits Technologien, die es ermöglichen, ein Smartphone in 5-10 Minuten so weit aufzuladen, dass es 7-8 Stunden genutzt werden kann. Der neue Apple Pencil für das iPad Pro schafft es bei einer Ladezeit von 15 Sekunden immerhin auf 30 Minuten Nutzungszeit. Samsung bietet für seine Smartphones ein Ladegerät an, dass diese in 30 Minuten von Null auf 50 Prozent laden kann.

Das ist alles nicht schlecht, doch richtig zufriedenstellen wird es uns letztlich nicht. Es wird noch einige Jahre, oder vielleicht Jahrzehnte dauern, bis wir unsere Geräte wochenlang nutzen können, ohne sie ständig aufladen zu müssen. Bis dahin müssen wir weiterhin regelmäßig zum Stecker greifen.

 

Bilder: Takashi Hososhima – Flickr, – Honou – Flickr