Nach einem spannenden Besuch in Toronto oder auch einem Ausflug in den Bergen Québecs, neigte sich unser Backpacker Trip an der Ostküste Kanadas dem Ende zu. Doch das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – so auch bei uns.

Solltest du die ersten beiden Teile des Reiseberichts verpasst haben, solltest du sie unbedingt noch lesen: hier geht es zu Teil eins, und hier zu Teil zwei!

Endstation in der Montagne Noire (siehe Teil 2)
Endstation in der Montagne Noire (siehe Teil 2)

Volle Kraft voraus!

Bevor wir uns aus dem verschneiten Québec verabschiedet haben, mussten wir noch eine Sache unternehmen: Hundeschlitten fahren! Besonders in verschneiten Gebieten auf unserem geliebten Planeten sind diese Fortbewegungsmittel noch im alltäglichen Gebrauch, da die Schlitten oft an Stellen kommen, die mit herkömmlichen Fahrzeugen nur schwer zu erreichen sind. Unweit von der Stadt, befindet sich die Hundeschlittenfamilie um die Besitzerin Nicole, die unter dem Namen „Aventure plein air Inukshuk“ geführte Hundeschlitten-Touren anbietet. Ich bin in erster Linie eigentlich jemand, der bei Dienstleistungen mit Tieren oft skeptisch ist. Aus diesem Grund hatten wir uns vorgenommen, die Hunde erstmal näher zu betrachten, bevor wir uns entschieden, die Tour zu machen.

Der Huskey genießt sichtlich die Streicheleinheit von Adam
Der Huskey genießt sichtlich die Streicheleinheit von Adam

Was uns schlussendlich überzeugt hat, ist, wie liebevoll mit den Hunden umgegangen wurde. Jeder einzelne Huskey hat sein eigenes Häuschen und wird nur für eine Tour aktiviert, wenn er einen fitten Eindruck macht. So machte man uns darauf aufmerksam, Hunde, die keinen einladenden Eindruck machten, lieber in Ruhe zu lassen. Denn wie wir Menschen, haben auch sie schlechte Tage. So sind die Hundeschlittenführer dann durch den Park spaziert und haben gezielt die motivierten Hunde für unsere Tour ausgewählt. Nach einer kurzen Einweisung ging es dann schon los. Pro Schlitten konnten zwei Erwachsene fahren, einer stehend, der andere liegend bzw. sitzend.

Gemütliche Fahrt mit insgesamt acht Hunden
Gemütliche Fahrt mit insgesamt sechs Hunden
Kanada
Mühelos rutschten wir über die verschneiten Pisten

Die Fahrt hätte geschmeidiger nicht sein können. Durch die stark verschneite Route, die von einem Hundeschlittenführer vorgegeben wurde, ging es ganz entspannt voran. Die Hunde haben zu keiner Zeit einen erschöpften Eindruck gemacht und haben sogar unterfordert gewirkt. Denn bei jeder Pause ging es unter ihnen spielerisch heiß her! Das Lenken des Schlittens war übrigens gar nicht so einfach. Die Hunde reagieren nämlich präzise auf alle Signale, die der Schlittenführer gibt. So muss in Kurven mitgelenkt werden, um die Hunde zu unterstützen und die Richtung vorzugeben – wir kamen teilweise auch ins Schwitzen 🙂

Nächster Halt, Endstation!

Schließlich hatten wir noch eine Stadt auf unserer To-Do-Liste – Montréal. An dieser Stelle muss ich von den kulinarischen Erlebnissen berichten. Die Spezialität der französichen Kanadier ist die so genannte „Poutine“, in die wir uns umgehend verliebt haben. Dabei ist es eine relativ einfache Speise, denn Poutines bestehen lediglich aus Pommes, Bratensauce und Käse. Wer richtig reinhauen will, holt sich noch verschiedene Toppings wie Bacon, Gemüse oder Würstchen. Dass diese Mahlzeit an Kalorien kaum zu überbieten ist, versteht sich von alleine. Und trotzdem haben sich so ziemlich alle von Poutines ernährt, egal ob Model oder Fastfood-Enthusiast. Bei der Kälte, die herrschte, kam uns das fettige Essen auch zugute. Man hat gemerkt, wie der Körper sich die ganze Energie geschnappt hat, um den Körper warm zu halten.

Eine simple Portion Poutine
Eine simple Portion Poutine

In Montréal haben wir dann auch endlich mal das kanadische Nachtleben kennengelernt. WIr hatten nämlich dort Freundinnen, die wir damals in München herumgeführt hatten. Im Gegenzug haben sie uns also mitgenommen, und uns die besten Bars zum feiern gezeigt. Was dort scheinbar sehr gut funktioniert, sind Bars, die gleichzeitig als Club dienen, sprich eine Tanzfläche bieten. Überraschend waren vor allem die Preise, die sogar für Münchner Verhältnisse sehr hoch waren. So waren für einen kleinen Longdrink schnell mal zwischen 10 und 20 Euro weg. Aber hey, mal lebt ja bekanntlich nur einmal. Nach einer durchzechten Nacht landeten wir natürlich nicht bei McDonalds und schnappten uns einen Cheesy, sondern gönnten uns selbstverständlich noch eine Portion Poutine. Diesem Gericht ist man einfach nicht entkommen…

Ein Muss auf deiner Bucket-List

Nach abschließendem und obligatorischem Sightseeing, unter anderem mit dem Besuch der Notre-Dame de Montréal, die sehr imposant war und interessanterweiser wie die in Paris aussieht, endete unser Trip an der Kanadischen Ostküste.

Die imposante Notre Dame de Montréal
Die imposante Notre-Dame de Montréal

Voller neuer Eindrücke und Erfahrungen sehnten wir uns am Schluss aber doch nach unserer Heimat. Die Kälte hat auf Dauer einfach an den Kräften gezerrt. Gleichzeitig kamen wir aber zum Ergebnis, dass wir diesen Trip unter diesen Umständen sofort nochmal machen würden. Durch die Winterlandschaft, die sich über die ganze Küste gezogen hat, haben wir einen perfekten Einblick in einen richtigen Winter bekommen, den wir in Deutschland nur zu selten erleben. Denn abgesehen von der Kälte kann ein Winter unglaublich schön sein. Um den Trip auf den Punkt zu bringen: die Ostküste Kanadas ist ein Must-See für jeden Reise-Enthusiasten, egal ob im Winter oder Sommer. Wir sind uns sicher, dass wir dort in Zukufnt nochmal aufschlagen werden!

Richard Wiswesser

In München geboren und trotzdem als "Preiß" abgestempelt, Fußballer mit Leib und Seele (wenn auch semi erfolgreich), absoluter Tech-Nerd mit Vorliebe für Apple und Smart Home, zocke hauptsächlich FIFA und Action Adventure Spiele wie „Zelda“ und „Uncharted“, und wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, dann wäre es, die Zeit zu kontrollieren.

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