Mallorca ist für viele von uns das „gefühlte“ 17. Bundesland, Sonneninsel und Lieblings-Urlaubsort. Der kulinarische und kulturelle deutsche Einfluss ist zweifelsohne groß. Nichtsdestotrotz haben auch die Mallorquiner ihre eigenen Spezialitäten und die Insel eine riesige, kulturelle Vielfalt. Wir zeigen euch in unserem ersten von zwei Teilen die typischen Gerichte, die auf den Tellern der Einwohner landen.

Schlendert man an den Strandpromenaden der großen Urlaubsorte entlang, findet man leider nur ganz selten typisch mallorquinische Gerichte auf den ausgelegten Karten der Restaurants. Meist sind es Steakhäuser, Italiener oder auch Lokale mit einem zusammengewürfelten Angebot aus aller Herren Länder. Will man traditionelle Gerichte der Insel ausprobieren, muss man meist Einheimische fragen oder im Internet explizit danach suchen.

Da ich privat des öfteren auf der Insel unterwegs bin, hatte ich das Vergnügen, nach und nach die verschiedenen, typischen Gerichte ausprobieren zu können – teilweise in Restaurants, aber auch in den Küchen der Einheimischen. Die drei leckersten bekommt ihr hier von mir vorgestellt.

Pa amb oli – Das Brot der Armen

Pa amb oli Jamón

Wörtlich übersetzt heißt „Pa amb oli“ eigentlich nur „Brot mit Öl“. Doch man nennt es auch „Brot der Armen“, da es früher als Arme-Leute-Essen galt. Mittlerweile ist es das beliebteste und wohl meistverzehrteste Gericht der Mallorquiner – weil es denkbar einfach zuzubereiten ist und es unzählige Variationen davon gibt. Am beliebtesten ist die Variante mit Käse und dem iberischen Jamón Serrano, einem sehr charakteristischen, luftgetrockneten Schinken.

Zubereitet ist das Brot mit wenigen Handgriffen. Man nimmt eine Scheibe Brot oder wahlweise auch ein Baguette und reibt es mit einer halben, aromatischen Tomate ein. Danach tröpfelt man etwas spanisches Olivenöl (das klassische, goldene!) drauf, streut eine Brise Salz drüber und belegt es mit den gewählten Zutaten. Das Brot kann allerdings auch zuerst mit dem Öl beträufelt und dann mit der Tomatenhälfte eingerieben werden. Die „richtige“ Reihenfolge ist eine sehr beliebte Diskussionsgrundlage auf Mallorca.

Meine Lieblingsvariante ist mit Chorizo-Salami und Käse belegt, man kann es aber eigentlich mit fast jeder Art von Wurst oder Fleisch belegen, zum Beispiel auch mit gebratener Schweinelende oder Hähnchenbrust.

Paella

Grundzutaten der Paella
Grundzutaten der Paella

Die kennt wahrscheinlich jeder von uns, egal ob tiefgefroren aus dem Supermarkt oder aus dem letzten Spanienurlaub. Doch auch hier gibt es viele regionale Unterschiede und so hat auch Mallorca seine „typische“ Paella zu bieten. Die Grundzutaten sind neben Reis und viel Gemüse gewürfeltes Schweinefleisch, klein geschnittene Calamari, Hähnchenschenkel und natürlich frische Gambas.

Zubereitet wird sie in der Regel in einer riesigen Pfanne und reicht somit für ca. zehn Personen aus. Die verschiedenen Fleisch- und Fischsorten werden nach und nach, je nach Garzeit, der Brühe zugegeben. So ist eine „echte“ Paella eine wahre Geduldsprobe, denn die Zubereitung dauert mitunter mehrere Stunden – das ist allerdings auch stark abhängig von der Menge.

Die fertige Paella
Die fertige Paella

Erst zum Schluss wird der Reis und dann die Gambas hinzugegeben. Serviert wir das Ganze dann mit frischen Zitronenspalten und Paprikastreifen – wahnsinnig lecker!

Ensaïmada de Mallorca

Nachdem ich euch bisher eine Art Vorspeise und eine Hauptspeise vorgestellt habe, kommen wir jetzt zum sogenannten „Postre“ – dem Nachtisch. Die Ensaïmada ist ein Gebäck das aus einem gezuckerten, fermentierten und im Ofen gebackenen Teig besteht. Vergleichbar ist der Teig mit einem Hefeteig, der hierzulande zum Beispiel für Hefekuchen oder -zöpfe benutzt wird.

Sie wird entweder als großer Kuchen oder als kleiner Zopf ungefüllt oder gefüllt angeboten, wobei es auch hier wieder viele verschiedene Varianten gibt. Sehr beliebt und sicherlich die absolut kalorienreichste (und leckerste) ist die mit Sahne und Schokocreme. Traditionell wird sie mit „cabell d’àngel“, dem „Engelshaar“, einer Art Kürbiskonfitüre gefüllt.

Ensaimada mit Schokofüllung
Ensaimada mit Schokofüllung

Haltet beim euerm nächsten Mallorca Besuch am Flughafen in Palma mal die Augen auf, die prägnanten achteckigen Schachteln sind fast nicht zu übersehen! Am Besten kauft man die Ensaïmada aber frisch in einer lokalen, spanischen Bäckerei.

Mallorca hat noch mehr zu bieten

Es gibt natürlich viele weitere Spezialitäten, wie zum Beispiel die Sobrasada (eine rote Wurst) oder auch Aioli, eine Öl-Knoblauch-Soße, die als Dip zu allem möglichen gereicht werden kann.

Die mallorquinische Küche hat insgesamt einen sehr mediterranen Charakter, so verwendet sie als Grundzutaten Gemüse wie Paprika, Tomaten, Zucchini, Auberginen und Knoblauch und viel Fleisch und Fisch. Die Gerichte werden weitgehend mit dem lokal hergestellten Olivenöl zubereitet, was ich euch auch für eure eigene Küche nur wärmstens empfehlen kann – es ist sehr gesund und lecker.

Im zweiten Teil werden wir ein paar kulturelle Geheimtipps mit euch teilen, also haltet die Augen auf und besucht regelmäßig unsere Website!

 

Bilder: Eigene, Bill Walsh – Flickr, Xisco Bibiloni – Flickr

Marcel Heil

Gebürtiger Pfälzer (der beste Wein..) und nun Wahl-Bayer (das beste Bier...) . Ich bin am liebsten im kreativen Bereich unterwegs - Fotos machen und Videos drehen sind die Dinge, die mir am meisten Spaß machen und mich am meisten motivieren. In meinem realen Leben entwickele ich Software - das hätte ich vor ein paar Jahren selbst nicht gedacht - aber es macht mir Spaß! Wenn ich mal nicht mit eyeslovetosee oder meiner Arbeit beschäftigt bin, findest du mich entweder im Fitnessstudio oder vor dem Fernseher zu Netflix oder Fussball.

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