Die japanische Kultur könnte sich nicht mehr von der bayerischen unterscheiden – besonders beim Essen. Roher Lachs gegen Schweinshaxe, Sake gegen Blutwurz und Grüner Tee gegen Bier. Viele Gemeinsamkeiten lassen sich hier nicht ausmachen. Doch genau auf diese Vermischung der Kulturen trifft man im Nomiya in München Haidhausen. Eines vorab: mit vollem Erfolg!


Nur 5 Minuten zu Fuß vom Münchner Ostbahnhof liegt das kleine und gemütliche Restaurant in Mitten des trendigen Viertels Haidhausen. Das Restaurant, das täglich ab 18 Uhr geöffnet hat, hat sich in München einen gewissen exotischen Ruf erarbeitet. Aus diesem Grund ist es kaum möglich einen Tisch ohne Reservierung zu bekommen.

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Zu verfehlen ist das kleine Lokal keinesfalls, denn vor der Tür hängen die bekannten roten Papierlampen, die für Japan üblich sind. Betritt man aber erstmal die gute Stube, weiß man nicht mehr ganz, wo man ist. Die Einrichtung ist, wie es sich für ein bayerisches Wirtshaus gehört, simpel mit einfachen Holzmöbeln ausgestattet. Zusammen mit dem geringen Platz zum Sitznachbarn, ist Gemütlichkeit garantiert (ob man will oder nicht). Was positiv auffällt ist, dass vor den Augen der Kunden gekocht wird – egal ob Sushi oder Yakitori-Spieße. So lässt sich beobachten, wie besonders die Spieße auf einem speziellen Grill gebraten werden.

Die Speisekarte lässt auf den ersten Blick zu wünschen übrig. Auf wenigen Seiten ist die kleine Auswahl an verschiedenen Gerichten aufgeführt. Nomiya baut vor allem auf kleine Häppchen, was dem Gast die Möglichkeit gibt, von allem etwas zu essen und schließlich für einen leicht überdurchschnittlichen Preis satt zu werden. Hauptsächlich bietet die Karte Sushi, Spieße und Suppen an. Doch anders als beim traditionellen Japaner, haben sich hier bayerische Spezialitäten eingeschlichen. So kann man zum Beispiel Rostbratwürste am Spieß mit Sojasoße verzehren, oder sich an das Spanferkelbraten mit japanischer Mayonnaise wagen. Gewöhnungsbedürftig aber definitiv lecker.

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Alles in Allem ist das Nomiya ein sehr interessantes Restaurant, das jedoch nicht den Geschmack der Masse trifft. Während ich vollkommen beglückt wurde, waren andere Gäste eher vom Ambiente und vom Essen abgeturnt. Nachvollziehbar allemal, denn nicht jeder erwartet eine bayerische Atmosphäre, wenn er japanisch essen gehen will. Wer aber mal in ein ausgefallenes Lokal gehen möchte, um seinen kulinarischen Horizont zu erweitern, dem empfehle ich herzlichst zumindest mal auf ein japanisches Kirin Bier oder einen Sake vorbeizuschauen.

Quelle und Bilder: nomiya.de

Richard Wiswesser

In München geboren und trotzdem als "Preiß" abgestempelt, Fußballer mit Leib und Seele (wenn auch semi erfolgreich), absoluter Tech-Nerd mit Vorliebe für Apple und Smart Home, zocke hauptsächlich FIFA und Action Adventure Spiele wie „Zelda“ und „Uncharted“, und wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, dann wäre es, die Zeit zu kontrollieren.

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