Nach nur einem Dreiviertel Jahr bringt der chinesische Smartphone Hersteller OnePlus seine mittlerweile dritte Produkt-Generation auf den Markt. Die zweite Generation hatte, nach einem eigentlich guten ersten Eindruck, letztendlich doch noch einige Schwächen.

Letztes Jahr hatten wir euch bereits über das OnePlus Two berichtet und einige exklusive Einladungen verteilt. Das Thema Einladungen ist jetzt allerdings Geschichte – endlich kann jeder das neue Smartphone ohne Umwege käuflich erwerben. Was hat sich sonst noch alles geändert?

Dringend notwendiges Design-Upgrade

Endlich ein Aluminiumgehäuse - das macht einiges aus
Das Three kommt mit Aluminiumgehäuse – das macht einiges aus

Zugegebenermaßen war das Design des OnePlus Two nicht wirklich das gelungenste. Solide, aber ohne Besonderheiten fügte es sich in die schier unendliche Masse an Android Smartphones ein. Das Gehäuse war größtenteils aus Plastik hergestellt und die Oberfläche fühlte sich irgendwie rau an. Nicht gerade das Gefühl, dass man von einem Premium Gerät erwarten würde. Das hat OnePlus anscheinend auch festgestellt und es diesmal erfreulicherweise wesentlich besser gemacht: Das Three umschließt ein glattes Metallgehäuse, so wie man es auch von den Mitstreitern Samsung, HTC und Co. kennt. Es fühlt sich zwar nicht so hochwertig an wie die der hochpreisigen Hersteller, wirkt aber wesentlich solider und besser verarbeitet.

Die silbrige Rückseite erinnert sehr stark an die eines HTC’s, insbesondere mit den markanten Antennenbändern und der hervorstehenden Kamera in der oberen Hälfte. Ich könnte die Beiden auf der Straße kaum voneinander unterscheiden.  Die schwarze Vorderseite fällt kaum auf und ähnelt mit dem Fingerabdrucksensor ein wenig dem iPhone. Das Display steht hier aber definitiv im Vordergrund.

Richtig starke Hardware

Äußerlich ist das Three also ein solides Gerät. Kann es diesen Eindruck auch im Innern bestätigen? Ja, es kommt sogar noch besser! Schauen wir uns einmal die harten Fakten an:

  • 6 GB (!!) Arbeitsspeicher
  • Snapdragon 820 Processor
  • AMOLED Display
  • Adern 530 GPU
  • 64 GB Flash Speicher.

Damit spielt das Smartphone definitiv in der ersten Liga mit dem Samsung S7, HTC 10 oder auch dem LG G5, die übrigens auch genau denselben Prozessor nutzen. Die 6 GB Arbeitsspeicher sind natürlich auch eine Ansage, was allerdings von der Software erstmal richtig ausgenutzt werden muss. Das scheint es aber auch zu tun, denn es läuft wirklich butterweich. Auch das AMOLED Display (das Two setzte noch auf einen LCD) kann überzeugen, denn es bietet erfreulicherweise einen sehr natürlichen Farbraum und auch beim Blickwinkel oder der Sichtbarkeit bei Lichteinstrahlung macht es keine Abstriche. Die Auflösung ist zwar mit 1080p nicht so hoch wie bei den Displays der Konkurrenz, was zum Beispiel für Virtual Reality etwas zu wenig sein könnte, doch für den normalen Nutzer mehr als ausreichend. Der einzige Minuspunkt bei der Hardware ist die Beschränkung beim Speicherplatz. 64 GB sind zwar für die meisten Nutzer mehr als genug, doch es gibt nur diese eine Version und man kann es auch nicht mehr per SD Karte erweitern.

Eine weitere gute Nachricht ist der Support von Dual-Sim Karten. Gerade Weltenbummler und Geschäftsreisende wissen dies zu schätzen – auch wenn gerade in Europa die Roaming Gebühren auf dem Weg ins Jenseits sind. Darüber hinaus ist es natürlich auch Simlock frei. In diesem Bereich wünsche ich mir wirklich bald einen einheitlichen Chip, den man beliebig programmieren kann und der eine freie und einfache Auswahl des Anbieters ermöglicht…

Endlich ne g’scheite Kamera!

Die Kamera hat ein deutliches Upgrade erhalten
Die Kamera hat ein deutliches Upgrade erhalten

Auch hier hat OnePlus auf seine Kundschaft gehört und hart dran gearbeitet. Herausgekommen ist eine 16MP Kamera mit einer f/2.0 Blende, Bildstabilisierung und auch 4K Videoaufnahmen. Wie wir allerdings wissen und wie viele von uns auch schon leidvoll erfahren haben, bedeuten die höchsten Spezifikationen bei Kameras nicht unbedingt das beste Bildergebnis. Auch hier ist man wieder nah dran an den Mitstreitern, allerdings bieten diese dann letztendlich doch noch das bessere Ergebnis. Trotzdem darf man mit dem Fortschritt mehr als zufrieden sein.

Noch ein cooles Feature ist das sogenannte Dash Charging, welches das Aufladen des Akkus in nur einer halben Stunde ermöglicht – und zwar von 0 auf 60%. Ganz gut, wenn man zwischendurch mal schnell seinen Akku hochboosten möchte. Allerdings geht das leider nur mit dem mitgelieferten Zubehör, aber gut, solche Einschränkungen kennt man auch von anderen Herstellern.

Erinnert tatsächlich ein wenig an das iPhone 6s
Erinnert tatsächlich ein wenig an das iPhone 6s

Einen der wichtigsten Punkte hätte ich beinahe vergessen: Das Three kommt mit Android 6.0 Marshmallow und verzichtet erfreulicherweise auf ein Custom Interface. Es bietet ein fast identisches Erlebnis wie das aktuelle Google Nexus. Manche Funktionen wirken noch ein wenig unausgereift, aber gut, das lässt sich durch Updates, die hoffentlich kommen werden (immer so ein Thema bei Android Geräten…), dann auch noch beheben.

Fast Stock Android - und Gott sei Dank kein Custom Interface!
Fast Stock Android – und Gott sei Dank kein Custom Interface!

400 Euro für ein 400 Euro Smartphone

Der Preis fühlt sich hier einfach richtig an. Man bekommt eigentlich genau das, was man für 400 Euro erwartet. Beste Hardware, verpackt in einem soliden Gehäuse und bestückt mit einer soliden Software. Nicht viel zu meckern, oder? Haben wir auch nicht, deswegen können wir es allen, die keine 800 Euro oder mehr für eines der absoluten Top-Smartphones ausgeben wollen, aber nicht auf Leistung und ordentliches Design verzichten wollen, nur wärmstens empfehlen. Und dieses mal brauchst Du nicht mal eine Einladung dazu.

Bilder: OnePlus

Marcel Heil

Gebürtiger Pfälzer (der beste Wein..) und nun Wahl-Bayer (das beste Bier...) . Ich bin am liebsten im kreativen Bereich unterwegs - Fotos machen und Videos drehen sind die Dinge, die mir am meisten Spaß machen und mich am meisten motivieren. In meinem realen Leben entwickele ich Software - das hätte ich vor ein paar Jahren selbst nicht gedacht - aber es macht mir Spaß! Wenn ich mal nicht mit eyeslovetosee oder meiner Arbeit beschäftigt bin, findest du mich entweder im Fitnessstudio oder vor dem Fernseher zu Netflix oder Fussball.

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