Es ist heutzutage kein Mythos mehr – Plastik ist der größte Feind des Menschen. Es ist einfach und günstig in der Herstellung, kann in beliebige Formen gepresst werden und findet überall Anwendung. Doch die übermäßige Produktion stellt besonders für die Meere eine große Bedrohung dar. Nun gibt es die Lösung, unsere Meere wieder rein zu bekommen.

Wer kann von sich schon behaupten, mit 20 Jahren etwas begonnen zu haben, das die ganze Weld verändern würde. Doch genau dieses Vorhaben hat sich der Niederländer Boyan Slat in die Wege geleitet. Im Juni 2014 hat der Raum- und Luftfahrtstudent das Projekt „The Ocean Cleanup“ ins Leben gerufen. Angefangen hatte es in 2011, als Boyan Slat in Griechenland Urlaub machte. Beim Tauchen realisierte er, dass das Wasser extrem verschmutzt war – von großen Plastiktüten, zu winzig kleinen Fetzen. Er konnte es nicht fassen, dass unser exorbitante Konsum den größten und wichtigsten Lebensraum auf der Erde zerstört. Zurück in seiner Heimat, machte sich Slat sofort an die Arbeit und entwickelte seine Idee mit Hilfe von Kontakten aus seiner Universität.

Boyan-Slat.jpg.653x0_q80_crop-smart
Projektgründer Boyan Slat

Seine Idee war es, schwimmende Auffangplattformen zu bauen, die dank einer großen Spannweite von Netzen von bis zu 50 km, den gesammelten Müll auffangen würden. Der Plastikmüll würde dann, dank des V-förmigen Designs der Konstruktion, in die Mitte getrieben werden, wo er dann schließlich noch vor Ort verarbeitet wird. Sind dann die Speicher voll, wird der Müll auf Schiffe geladen, wo er zum Recycling gebracht wird – im Grunde genommen eine Müllabfuhr für die Meere. Slat hat nämlich festgestellt, dass 90% des Plastikmülls in 3 oberen Metern der Meere schwimmt. Seine Konstruktion würde jeglichen Müll ab 20 mm Länge auffangen können und bleibt durch zu Meeresboden gelassene Gewichte am selben Ort, um den größtmöglichen Erfolg zu garantieren.

“Only if you realize change is more important than money, money will come“. – Boyan Slat

Dass dieses Projekt von enormen Entwicklungs-, Produktions- und Instandhaltungskosten geplagt werden würde, versteht sich von selbst. Und ohne große Investitionen würde es auch nicht gehen. Doch auch dafür hat Slat eine zumindest kleine Lösung gefunden. Recycelter Plastik ist gleichzeitig ein Wertstoff, der sich für 50 € pro Tonne verkaufen lässt. Jährlich landen ungefähr 7 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren, die sich zu den unzähligen schon vorhandenen Mengen gesellen.

Im Juni 2014 ging das Projekt dann ins Crowdfunding über. Dank eines Auftritts bei TEDx, konnte Slat genug Aufmerksamkeit gewinnen, um genug Geld und Sponsoren an Land zu ziehen. Dank der 40.000 Unterstützer, hat Slat die benötigten 2 Millionen US Dollar für einen Prototyp sammeln können.

0610_ocean_cleanup_inline_03_630
Prototyp der Konstruktion

Im Mai 2015 verkündete Slat, dass die Testphase erfolgreich bestanden wurde und nun ein vollfunktionierendes Auffangsystem installiert werden könne. Der Plan ist es, im 2. Quartal 2016 im Meer bei Tsushimas – zwischen Japan und Südkorea – eine Auffangstation zu bauen, die eine Gesamtlänge von 2000 Metern haben und 2 Jahre non-stop Müll sammeln wird. Ich hoffe, dass dieses Vorhaben weiterhin die Unterstützung findet, die es verdient, und wir in Zukunft unsere Meere vom giftigen Plastikmüll befreien können.

Quellen: The Ocean Cleanup, Bloomberg
Bilder: theoceancleanup.com

How We Showed the Oceans Could Clean Themselves – Boyan Slat on The Ocean Cleanup

Richard Wiswesser

In München geboren und trotzdem als "Preiß" abgestempelt, Fußballer mit Leib und Seele (wenn auch semi erfolgreich), absoluter Tech-Nerd mit Vorliebe für Apple und Smart Home, zocke hauptsächlich FIFA und Action Adventure Spiele wie „Zelda“ und „Uncharted“, und wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, dann wäre es, die Zeit zu kontrollieren.

Alle Beiträge anzeigen