Nach einer ca. zwei stündigen Fahrt mit unserem kleinem Reisebus, die mehr oder weniger angenehm verlief, kommen wir nun endlich in der gemütlichen Hafenstadt Malakka an. Gebucht haben wir spontan wie immer einen Abend davor. Rückwirkend betrachtet eine der schönsten und besondersten Unterkünfte unserer Reise – THE RUCKSACK CARATEL.

Falls Du den ersten Teil verpasst hast, hier ist er.

Fischerboote, Jonker Walk und THE RUCKSACK CARATEL

Am Busbahnhof angekommen drängeln sich schon die Leute nach vorne zum Ausstieg neben dem Busfahrer. Wir packen zusammen und schauen nochmal ganz genau über und unter unserem Sitz, ob wir auch ja all unser Zeug im Rucksack verstaut haben und warten ab, bis unsere Mitreisenden ausgestiegen sind.

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Grade einmal einen Fuß auf den Boden gesetzt, werden wir von einem Herren mittleren Alters angesprochen, ob wir denn auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit sind.
Glücklicher Weise haben wir kurz vorher ein Schild bemerkt, dass darauf aufmerksam macht, diesen freundlichen Herren lieber eine Absage zu erteilen und durch den Busbahnhof an den Taxi Counter zu gehen, um sich dort ein lizensiertes, mit Taxameter fahrendes Auto zuweisen zu lassen.
Alle anderen Angebote sind mit Vorsicht zu genießen, höchstwahrscheinlich unseriös und mit absoluter Sicherheit überteuert.
Für umgerechnet etwa 7 Euro fährt uns unser Taxifahrer nun eine viertel Stunde durch die Straßen Malakkas und wir gewinnen einen ersten Eindruck über die kleine Stadt im Westteil Malaysiens, die seit 2008, genauso wie unser nächstes Ziel Georgetown auf der Liste aller Weltkulturerbe der UNESCO geführt wird. Er biegt in einen Auffahrt nach rechts ab, die in einen Innenhof zu führen scheint. An einer Backsteinmauer macht nur ein kleines Schild auf dem „The Rucksack Caratel“ geschrieben steht auf unsere neue Bleibe aufmerksam.DSC00968 (1)

Das Fenster zum Dschungelhof

Wir gehen durch eine verglaste Schiebetür hinein in einen großen stylisch eingerichteten Raum, in dem links gleich die Rezeption und ein freundlich lächelnder junger Typ steht, der uns begrüßt und fragt, ob er behilflich sein kann. Es ist angenehm kühl und es gibt eine Hängematte, einen großen Picknicktisch aus Holz, wie er irgend wo in den Bergen oder im Wald stehen könnte.

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Das offensichtliche Highlight sind jedoch ganz klar die drei bis vier Wohnwägen die in den verschiedenen Ecken des Raumes geparkt zu seien scheinen. Es handelt sich aber nicht um fahrtüchtige Wohnungen auf Rädern, sondern um komplett ausgebaute und modernisierte Luxusbehausungen, die einem das Gefühl geben in der Natur im reinsten Clamping (Modewort für Luxuscamping) Urlaub zu sein. Wir haben uns jedoch für einen im ersten Stock liegenden Raum entschieden, der definitiv auch seine besonderen Reize hat. Dank der riesigen Glasfront mit Blick auf die Palmen im Hof gegenüber, hat man fast das Gefühl mitten im Dschungel zu liegen, ganz zu schweigen vom modernen Design und Annehmlichkeiten die dieses Zimmer noch so mitbringen.

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Nach einem Sprung in den nett hergerichteten Pool, mit lustigen Schildern, die gut ins Gesamtkonzept des Hotels passen und zeigen, dass hier alles recht humorvoll zugeht und einer anschließenden Dusche, geht es los Richtung China Town das am Anfang des Jonker Walks, einer genau genommen sehr langen Straße, von der viele kleine Gassen abgehen, ein denen sich allerlei Läden für Mode, Krimskrams, Kunst, Bars, Cafés, Restaurants und Häuser mit uralten Versanden befinden. Es ist alles unglaublich sauber, entspannt und sweet hergerichtet, einfach ein Ort um die Seele baumeln zu lassen, zu schlemmen und die Abende am an Venedig erinnernden Kanal mit der/den Liebsten ausklingen zu lassen.

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Wir essen mal wieder auf Empfehlung von TripAdvisor in dem bestbewertendsten indischen Straßenlokal, das trotz der knalligen Plastikstühle- und tische, dank dem freundlich wirkenden Personal und diesem himmlischen Duft nach Curry, Tandoori und Kurkuma wahrscheinlich keiner so leicht ausschlagen kann.Bild 126
Das Essen hält was man erduftet, es ist wahnsinnig lecker und dieses Mal wirklich fast geschenkt. Für Vorspeise in Form von zwei „Knoblauch Naan“, eine große Gemüseplatte, ein „Butter Chicken“ und vier Getränke zahlen wir zu zweit nicht einmal 6 Euro. FOODHEAVEN!
Nachdem wir glücklich und gut gesättigt das Lokal verlassen, machen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang über eine Brücke am Kanal entdecken wir kleine Bars, die runde Tische am Rand des Kanals aufgestellt haben und die Leute mit Drinks, Bier und Wein verköstigen. Wir setzten uns auch noch eine gute Stunde dazu und genießen den warmen wunderschönen Abend.

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Nachdem wir ausgetrunken haben, schlendern wir durch die Straße und beobachten einfach nur das bunte Treiben Malakkas. Von den vielen mit LED-Ketten behangenen Rikschas abgesehen, ist auch alles andere bunte und grell bei Nacht, die Leute flanieren an der Promenade entlang, lachend, skatend oder singend. Es macht sehr großen Spaß sich dem Ganzen hinzugeben.

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Wieder in unserem traumhaften Zimmer angekommen, legen wir uns erschöpft ins Bett, obgleich an Schlaf noch nicht gedacht werden kann, da die weitere Reiseplanung überdacht werden muss. Über Skyscanner erfahren wir, dass die kommenden Tage nur ein einziger Flug und zwar am darauffolgenden Tag um 15 Uhr nach Penang – Georgetown vom sehr kleinen Flughafen in Malakka abhebt. Eine Busfahrt kommt aufgrund der deutlich längeren Reisezeit von gut 18-20 Stunden im Gegensatz zu einem Flug von 2 Stunden nicht in Frage. Nach kurzen Überlegungen buchen wir den Flug und finden glücklicher Weise sogar noch ein gutes Angebot eines Boutique Hotels mitten in der Stadt, dass wir für die erste Nacht buchen wollten. Aufgeregt diese Spontanentscheidung getroffen zu haben, fallen wir erschöpft ins Bett. Zur Abwechslung hören wir eine Folge des „Tatort Podcast“ (übrigens sehr empfehlenswert, ob auf Reisen oder Zuhause), um zu entspannen und schließlich zu einzuschlafen.

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Banksy und Beef Rendang – Georgetown, here we come!

Das Auschecken aus einer so schönen Unterkunft an einem so entspannten Ort, fallt schwer. Verabschiedet werden wir von den drei im „Rucksack“ lebenden Baby Kätzchen, die mietzend mit Bändchen um den Hals durch das Hotel flitzen und wenn ihnen der Sinn danach steht, einfach in die Natur flüchten können – was für ein Leben!
Wir lassen uns von der Rezeptzionistin ein Tax zum Flughafen Malakka rufen, für das sie einen Preis von umgerechnet 12-14 Euro veranschlagt, wir willigen ein und warten mit unseren Trekking Rucksäcken in der Empfangshalle. Keine viertel Stunde später werden wir abgeholt und zügig zum winzigen Terminal gefahren. Unser Flieger steht mit einstündiger Verspätung angeschrieben. Wir checken schon mal unsere Gepäck ein und setzten uns raus in die Sonne, um eine Partie Uno zu spielen (ein weiterer Tipp für solche Trips, immer einen Zeitvertreib dabei haben, manchmal muss man sich in Geduld üben).

Es ist endlich soweit, wir sind durch die Security und warten nur noch bis der Flieger, der uns gleich auf die ein gutes Stück nördlicher gelegende Insel Penang fliegen soll ankommt. Er wird dann landen, lediglich um eine kurze Pause für Pilot und Crew einzulegen, damit er dann direkt wieder abheben und zurück nach Penang fliegen kann. Also nichts mit großem Sicherheitscheck, Reifendruckmessungen oder ähnlichem, wie wir es aus Deutschland/Europa kennen. Ja, genau so läuft das hier in Malaysia…
Wir dürfen einsteigen und nehmen Platz in den überschaubar großen Maschine, die in etwa über 60 Sitze verfügt. Wir fliegen mit einem weinenden und einem lachenden Auge, wie man so schön sagt Malakka hat einen bleibenden, durchweg positiven Eindruck hinterlassen, aber letztlich blieb uns leider zu wenig Zeit, um alles zu erkunden. Da natürlich auch die Spannung etwas ganz neues zu entdecken gigantisch ist, ist die Trauer über die Abreise schnell versiegt. Wir lehnen uns zurück, das Flugzeug startet und wir freuen uns auf das nächste Weltkulturerbe der UNESCO, Georgetown – here we come!

Welche Vorzüge Georgetown mit sich bringt und ob wir eventuell Banksy`s lieblings Urlaubsort enttarnt haben, erfahrt ihr nächste Woche in „Home is where my bag is – Malaysia Teil 3“.

Oliver Haarmann

Ich studiere Wirtschaftspsychologie und in mir steckt ein kleiner Sherlock, denn gute Psychothriller gehören zu mir wie das Ginger Beer in den Stoli, was mich auch gleich zu meinem Lieblings-Drink führt. Wenn ich nicht gerade arbeite, wird immer ausgiebig gekocht, die neusten Netflix-Produktionen geschaut oder im englischen Garten eine Runde gekickt. Sobald es das Budget zulässt, wird die nächste Reise geplant, am liebsten in sonnige Länder, denn ich bin ein absoluter Sommermensch. Meine große Liebe gilt außerdem der Musik. Teilt euer Feedback gerne auf Instagram @oh.xxii mit mir.

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