Nach einer guten Stunde Flug mit Air Asia, der uns pro Kopf gerade Mal 30€ gekostet hat, landen wir wohlbehalten am Flughafen Penang, ungefähr 45 Minuten von der, auf dieser Insel liegenden Stadt namens „Georgetown“ entfernt. Der Checkout funktioniert schnell und reibungslos. Wir holen unsere Rucksäcke und stellen uns wieder am Taxicounter an (wie wir in „Malakka“ gelernt haben, der beste und seriöseste Weg ein Taxi zu bekommen). Nach kurzer Wartezeit werden wir unserem Taxifahrer zugewiesen und fahren los Richtung „Georgetown Central“. Es kostet uns lediglich 10-12€ in die Stadt und wir werden direkt vor unserem gebuchten Boutique Hotel dem „Reunion Heritage House“ abgesetzt.

Hier geht es zu Teil zwei unseres Reiseberichts.

Hello Georgetown!

Erschöpft aber glücklich, kommen wir in dem für uns hergerichteten Zimmer an. Die Preis/Leistung stimmt hier definitiv. Der Raum hat zwar eine überschaubare Größe, dennoch haben wir ein wunderschönes Badezimmer, welches in einem recht altertümlichen Stile, mit einem Marmorwaschbecken und einer an vergangene Zeiten erinnernde Badewanne bestückt ist. Jule schläft sofort ein und ich laufe noch eine zeitlang durch die Straße vor dem Hotel und kaufe mir bei dieser Gelegenheit, einen der vor meinen Augen schockgefrosteten Becher Eis, der zusätzlich ein kleines Highlight der Hotelausstattung darstellt und mega lecker schmeckt. Danach ist nur Erholung und Schlaf angesagt, der Tag war anstrengender als angenommen…
ching
motorbike
eis
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Streetart, Beef Rendag und Little India

Wir wachen früh auf, da wir erstens direkt wieder auschecken müssen, da wir uns budgettechnisch leider nur eine Nacht dieses kleine, charismatische Hotel, nur einen Steinwurf von Little India entfernt leisten möchten und können. Ein wenig traurig darüber das Zimmer räumen zu müssen, da der Service echt überaus überzeugend war und wir uns auf Anhieb sehr wohl gefühlt haben, laufen wir los. Das für weitere zwei Nächte gebuchte Hotel, dessen Namen ich lieber nicht nennen möchte, da es wenig Gutes darüber zu berichten gibt, aber dazu gleich mehr, ist glücklicher Weise in Gehweite, abgesehen von den 30 Grad im Schatten, die hier um 10 Uhr morgens schon runterbrennen, sollte es also keine große Herausforderung darstellen, gleich wieder all unser Gepäck im neuen Hotelzimmer ablegen zu können.

Tatsächlich werden wir recht schnell fündig. Das Hotel liegt quasi auf der anderen Seite von Little India, genauer gesagt direkt auf der Chulia Street. Es ist eher ein Hostel als ein Hotel und verfügt über viele kleinere, hipster/spartanisch eingerichteten Zimmer, die bis auf zwei (eins davon haben wir gebucht), nicht einmal über eigene Toiletten verfügen. Obgleich mir bewusst ist, dass wir einen Backpacking-Trip durch Asien unternehmen und man auf solche simplen Annehmlichkeiten wie eine eigene Toilette auch mal verzichten muss. Da aber die gerade mal 13€ pro Nacht mehr als in unserem Budget liegen, gibt es keinen Grund uns in diesem Fall die absolute „Luxusvariante“ zu suchen und rauszulassen.

Nachdem wir uns frisch gemacht und umgezogen haben, gehen wir los in ein nahegelegenes Einkaufszentrum, um das richtige Ladekabel, für die von Michi geliehene GoPro zu besorgen, da wir uns einmalige Unterwasseraufnahmen erhoffen. Nach kurzer Zeit werden wir fündig und schlendern, nach einem kurzen Snack wieder Richtung Little India, um uns einerseits nach Restaurants für den Abend und andererseits die Streetart-Kunstwerke, welche in Georgetown sehr verbreitet und cool anzusehen sind zu suchen. Glücklicher Weise haben wir einen Streetart-Führer in Form einer kleinen Broschüre, die wir im Internet gefunden und runtergeladen haben dabei und können so, in kürzester Zeit alles besichtigen, was wir uns Tage zuvor schon herausgesucht haben.

Wir laufen alles in Ruhe ab und lassen es uns auch nicht nehmen, einige Bilder von jedem der kleinen Kunstwerke alla Banksy zu schießen, es macht uns viel Spaß, die Stadtteile auf diese Art zu erkunden. Wieder im Hotel angekommen, machen wir uns fertig für das Abendessen. Wir sind mal wieder – wie kann es auch anderes sein, durch TripAdvisor über ein gut geratenes und interessant klingendes Restaurant gestoßen. Das „Jawi House Café Gallery“. Betrieben von Mutter und Sohn, vereint es verschiedenste Einflüsse der asiatischen Küche und bietet einige traditionell zubereitete malaiische Speisen an. Wir zögern nicht lange und bestellen. Jule nimmt eines der Currys und ich das Beef Rendang, dass schon im Internet in den höchsten Tönen gelobt wurde. Es kommt frisch zubereitet nach ca. 20 Minuten und einigen kostenfreien Appetitanregern vorweg auf den Tisch und schmeckt einfach nur tasty und delicious. (#foodporn)

Da es so überragend war, komme ich nicht drumherum noch den Lemon Cheesecake zu probieren, der zwar nicht wirklich was mit asiatischer Kochkunst zu tun hat, aber dennoch richtig gebacken, eine meiner Lieblingsnachspeisen ist. Ich werde nicht enttäuscht! Man könnte fast meinen bei Oma auf der Couch zu sitzen, obwohl meine Oma nicht mal annähernd so gut backen konnte, aber ich glaube ihr versteht auf was ich hinaus will… Mehr als glücklich laufen wir zurück zum Hotel!
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Die Toilettenarie und überstürzte Abreise

Völlig erledigt vom Tag, reizt nur noch der Gedanke an das klimatisiertes Zimmer und ein gemütliches Bett. Allerdings sollte es leider ganz anders kommen. Wir hatten zwar eines der zwei einzigen Zimmer im Hotel mit eigenem Bad gebucht, haben vorher aber nirgendwo herauslesen können, dass diese besagten Zimmer direkt an die Gemeinschaftsbäder und -toiletten der anderen Gäste grenzen. Somit verbringen wir die Nacht nicht damit gemütlich einzuschlafen, sondern allen möglichen Leuten bis spät in die Nacht dabei zuzuhören wie sie bestenfalls duschen, nervig und ein bisschen ekelhaft…
Kaum geschlafen, gehen wir früh am Morgen zur „Rezeption“, um eine Lösung für diese kontinuierliche Störung der Nachtruhe zu finden.

Das einzige Entgegenkommen der jungen Dame, die uns leicht irritiert anschaut und nicht recht weiss, was zu tun ist, besteht darin uns das exakt gleiche Zimmer ein Stockwerk höher anzubieten, welches ihrer Aussage kaum genutzt wird, da hauptsächlich die unteren Zimmer bewohnt wären soweit sie das sagen kann. Wir nehmen das Angebot mit leichtem Misstrauen an, packen unsere sieben Sachen und wandern also hoch. Die Ruhe wehrt leider nicht lange. Nach einem viel zu spätem Check unserer Buchung des Weiterflugs nach Bali, bemerke ich, dass die ohne Reiserücktrittsversicherung gekauften Flugtickets auf ein viel zu spätes Datum datiert und somit völlig nutzlos für uns sind, da wir die ersten Unterkünfte in Indonesien schon vorab über „booking.com“ gebucht haben und zahlen müssen.
Jetzt heisst es iPhone raus, „skyscanner.de“ öffnen und einen früheren Flug finden.

Durch einige WIFI-Abbrüche gestört, dauert es einige Zeit, bis wir eine Übersicht der aktuellen Flugmöglichkeiten bekommen. Da wir in unserm Hotel recht unglücklich sind und so langsam Appetit auf den paradiesischeren Teil des Urlaubs, nach unserer ersten Woche Malaysia bekommen haben, entschließen wir uns kurzerhand, noch am selben Abend einen Flug über Kuala Lumpur, für umgerechnet ca. 100€ pro Kopf zu buchen. Zum einen irrsinnig teuer für asiatische Verhältnisse, zum anderen aber die einzige sich bietende Gelegenheit, unserem Schlamassel etwas zu entgehen und diesem Hotel, wie auch Malaysia zum geplanten Zeitpunkt den Rücken kehren zu können.
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Gesagt, getan!

Wir buchen also und laufen danach direkt in unser Zimmer, um unsere Rucksäcke fertig für die Abreise zu machen. Es beleibt uns noch genau eine Stunde Zeit, bis wir unser Uber zum Flughafen Penang rufen müssen und wir entscheiden uns für einen letzten indischen Snack in einem sehr beliebten und gut besuchten Straßenlokal. Was wir dort als wieder für unter 10€ zu zweit aufgetischt bekommen, lässt den Frust des Abends etwas abfallen und vergessen.

Wir laufen nochmals schnell zum Hotel zurück, um unser letztes Hab und Gut zu holen und sitzen nach fünfminütiger Wartezeit in unserem Uber zum Flughafen. Wir haben Glück, denn aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit von ca. 22 Uhr, ist nicht viel los auf den Straßen uns wir kommen zügig bis zum richtigen Terminal durch. Uber ist ein echter Segen in Malaysia und wir hatten nicht ein einiges Mal, einen unfreundlichen oder introvertierten Fahrer, ganz im Gegenteil, alle waren überaus freundlich, hilfsbereit und kompetent. Das die Einbindung Uber`s nicht überall in Asien so leicht fällt, wie hier, sollten wir auf Bali erfahren, aber dazu mehr im nächsten Artikel „Home is where my bag is – Bali Teil 1“. Die Wartezeit auf das Boarding vergeht schnell und schon sitzen wir in unserem ersten Flugzeug der Airline „Lion Air“, der im Allgemeinen zwar ein etwas zweifelhaften Ruf anhaftet, unseren Ansprüchen jedoch vollsten gerecht wird und genügt.

Wir sind erleichtert die Entscheidung spontan abzureisen getroffen haben, allerdings steht uns noch eine ganze Nacht des Wartens am Flughafen KL bevor, bis wir endlich ins Flugzeug Richtung Bali einsteigen dürfen. Wie überaus lang und unbequem so eine Nacht auf Flughafen sein kann, erfahrt ihr nächste Woche bei EL2S.

Oliver Haarmann

Ich studiere Wirtschaftspsychologie und in mir steckt ein kleiner Sherlock, denn gute Psychothriller gehören zu mir wie das Ginger Beer in den Stoli, was mich auch gleich zu meinem Lieblings-Drink führt. Wenn ich nicht gerade arbeite, wird immer ausgiebig gekocht, die neusten Netflix-Produktionen geschaut oder im englischen Garten eine Runde gekickt. Sobald es das Budget zulässt, wird die nächste Reise geplant, am liebsten in sonnige Länder, denn ich bin ein absoluter Sommermensch. Meine große Liebe gilt außerdem der Musik. Teilt euer Feedback gerne auf Instagram @oh.xxii mit mir.

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