Wenn man sich den Anbau von Salat, Kräutern oder ähnlichem Gemüse vorstellt, dann denkt man eigentlich an große Felder, mit symmetrisch angereihten Salatköpfen. Doch das zu­kunfts­träch­tige Projekt Gotham Greens stellt dieses Konzept auf den Kopf – und zwar mit “Urban Agriculture”.

Mit der stetigen Urbanisierung unserer Umgebung, bleibt oft wenig Platz für den lokalen Anbau von Gemüse und Obst. Die Konsequenz daraus ist, dass wir unsere Nahrung von weit entfernten Orten herholen müssen und die Frische der Produkte darunter leidet. Diesem Problem haben sich Viraj Puri, Eric Haley und Jennifer Nelkin Frymark angenommen. Die drei Gründer des Projekts Gotham Greens sind einen ungewöhnlichen Weg gegangen, um den Anbau zurück in die Stadt zu holen.

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Die Gründer von Gotham Greens

Urban Agriculture als zukunftsweisender Anbau

Als erste Stadt für das Projekt wurde eine der Größten der Welt ausgewählt – New York City. Obwohl bis auf den Central Park kein Platz für Natur ist, hat Gotham Greens einen Weg gefunden, unweit der Metropole frisches Gemüse anzubauen. Dafür mussten auch keine Gebäude weichen oder Straßen umgeleitet werden.

Das Ziel von Urban Agriculture ist es nämlich in erster Linie, aus den vorhandenen Ressourcen und Begebenheiten eine Anbau freundliche Umgebung zu errichten. So könnte jeder einzelne von uns dazu beitragen, indem er zum Beispiel auf seinem Balkon in passenden Blumenkästen Gemüse oder Kräuter pflanzt, statt sie im nächsten Supermarkt zu kaufen (Voraussetzungen sind natürlich der grüne Daumen und gegebenenfalls kleine Gewächshäuser).

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Urbanes Gewächshaus – Gotham Greens

Das Geheimnis liegt in der Luft

Gotham Greens hat sich vorgenommen, dieses Konzept für den größeren Konsum umzusetzen und in New York passende Orte ausfindig zu machen. Was kaum zu glauben scheint, wurde tatsächlich erfolgreich umgesetzt. Und zwar auf den Dächern der Gebäude. In technologisch fortgeschrittenen Gewächshäusern, mit 100% Nutzung von erneuerbarer Energie, produziert Gotham Greens Pestizid freies Gemüse. Das landwirtschaftliche Erzeugnis wird dann an lokale Geschäfte, Restaurants und Institutionen verkauft und von dort aus an den Konsumenten vertrieben. Das Projekt schafft es, das ganze Jahr lang Nahrung von höchster Qualität zu produzieren, ohne dabei auf umweltschädliche Methoden zurückgreifen zu müssen.

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Treibhaus auf dem Dach einer Markthalle – Gotham Greens

Weltweiter Leader in Urban Agriculture

Inzwischen ist Gotham Greens gewachsen und baut schon auf 170.000 m2 Dachfläche Gemüse an. Der Erfolg in New York hat das in 2009 gegründete Projekt dazu bewegt, in Chicago zu expandieren und den urbanen Anbau in den USA weiter voranzutreiben. Damit ist Gotham Greens der weltweite Leader in diesem Bereich und ein wahres Beispiel für Nachahmer.

Leider wird es noch ein wenig dauern, bis wir in Deutschland ähnliche Ausmaße von Urban Agriculture erleben werden. Dennoch ist die Hoffnung groß, dass die Urbanisierung uns doch nicht in den Ruin treiben wird und wir vom Beton erdrückt werden.

 

Quelle und Fotos: Gotham Greens

Richard Wiswesser

In München geboren und trotzdem als "Preiß" abgestempelt, Fußballer mit Leib und Seele (wenn auch semi erfolgreich), absoluter Tech-Nerd mit Vorliebe für Apple und Smart Home, zocke hauptsächlich FIFA und Action Adventure Spiele wie „Zelda“ und „Uncharted“, und wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, dann wäre es, die Zeit zu kontrollieren.

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