Erst kürzlich haben wir von eyeslovetosee Euch mit „Yung Hurn“ ein aufstrebendes und sehr interessantes Mitglied der „Live From Earth Familie“ vorgestellt. Da aber auch eine weiterer junger, swaggender Künstler ebendiesen Labels immer mehr für Furore in der hiesigen Rap-Szene sorgt, möchten wir ihn Euch selbstverständlich nicht vorenthalten.

Seinen Battlerap hat LGoony, der mit bürgerlichen Namen Ludwig Langer heißt, genau studiert. Immer wieder glaube ich einen jungen Kool Savas zu hören und fühle mich oftmals an den Wortwitz alter Westberlin Maskulin Aufnahmen erinnert. Jener Gruppe von Rappern, die mit ihren pubertären, übersexualisierten Texten und experimentellen Lo-Fi-Beats neue Maßstäbe im damaligen Hip-Hop-Deutschland setzten. Dabei taten sie eigentlich nichts Neues. Sie ließen sich vom amerikanischen Rap inspirieren, der auch hörbar in LGoonys Sound zu hören ist. Er bringt durch diesen Stil erneut frischen Wind in den deutschsprachigen Hip-Hop. Damit steht er allerdings nicht alleine da. Grade in den letzten Jahren hat sich eine kleine Szene von Rappern formiert, die ein eigenes musikalisches Ensemble darstellt, welches Beats und Flows mit charakteristischen Einflüssen des amerikanischen Hip-Hops kultiviert. Da wären zum Beispiel, wie schon oben erwähnt Yung Hurn, Crack Ignaz, das Chief Keef Imitat Hustensaft Jüngling und natürlich der Österreicher Sebastian Meisinger alias Moneyboy, mit dem alles mehr oder weniger mal angefangen hat.

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Das ungläubige Grinsen weicht nach dem hundertsten Klick auf Repeat seiner Tracks schnell einer Erkenntnis: Dieser Junge macht irgendwas richtig. Die Anziehungskraft seiner Musik hat dabei einen simplen Grund. Statt Trends hinterher zu laufen, die schon lange für tot erklärte Assi-Rap-Schiene zu fahren oder durch ausgelutschte Reims und Beats mit aufwendig produzierten Videos, hinter denen sich irgendein Label mit fetten Geldbeuteln versteckt, hält der junge Kölner konsequent an seiner Vision fest, dass Cloud-Rap auch auf Deutsch funktioniert, und wird dafür belohnt: Respektsbekundungen von den Orsons und Casper, der sogar als Featuregast einen Part auf dem „Grape Tape“ liefert, lassen schnell einen kleinen Hype um den Shootingstar aus Money Boys Truppe aufziehen. Ludwig Langers erstes Tape „Goonyverse“ verschaffte ihm sogar einen Auftritt beim Splash! Festival. Wir werden ihn jedenfalls weiterhin beobachten und wer Interesse hat, kann sich Anfang 2016 sogar einen Eindruck seiner Live-Performance-Skills verschaffen.

Ab dem 21.01.16 tourt LGoony nämlich durch Deutschland und Österreich und hat seine Kollegen Crack Ignaz gleich mit im Gepäck. Unten sind wie immer zwei seiner Videos verlinkt, für jeden der Lust bekommen hat, den Abend mit ein paar guten Reims ausklingen zu lassen.

 

Oliver Haarmann

Ich studiere Wirtschaftspsychologie und in mir steckt ein kleiner Sherlock Holmes, denn gute Thriller auf dem Kindle, gehören zu mir wie das Ginger Beer in den Gin, was mich auch gleich zu meinem Lieblingsdrink führt. Wenn ich nicht gerade mit einem unserer Projekte beschäftigt bin, wird ausgiebig gekocht, die neusten Netflix-Produktionen geschaut oder im Englischen Garten eine Runde mit Freunden gekickt. Sobald es das Budget zulässt wird die nächste Reise geplant, am liebsten in sonnige Länder, denn ich bin ein absoluter Sommermensch! Meine große Liebe gilt außerdem der Musik. Teilt euer Feedback gerne auf Instagram @oh.xxii mit mir.

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